Fest im Griff Die Welt bleibt in puncto Rohstoffe von China abhängig

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Wenn es um seltene Erden geht, dann belegt jetzt eine aktuelle Studie, dass die Bemühungen, sich von der Abhängigkeit von China freizuschwimmen, vergebens sein könnten ...

Hier sieht man künstliche Feuersteine, wie sie in üblichen Feuerzeugen für den zündenden Funken sorgen. Sie beinhalten das Element Cer, das zu den seltenen Erden zählt. Der Kampf um diese Rohstoffe ist voll im Gang. Aber China wird den Handel damit noch lange dominieren ...(Bild:  Magnumium)
Hier sieht man künstliche Feuersteine, wie sie in üblichen Feuerzeugen für den zündenden Funken sorgen. Sie beinhalten das Element Cer, das zu den seltenen Erden zählt. Der Kampf um diese Rohstoffe ist voll im Gang. Aber China wird den Handel damit noch lange dominieren ...
(Bild: Magnumium)

US-Präsident Donald Trump möchte seltene Erden (etwa Scandium, Lanthan, Cer und Neodym) gern in der Ukraine oder auf Grönland abbauen, um so die Dominanz Chinas zu brechen. Seltene Erden sind etwa für E-Auto-Batterien, Windräder, künstliche Intelligenz und moderne Waffensysteme unabdingbar. Doch nach Erkenntnissen von Experten der Deutschen Rohstoffagentur (Dera) wird die Abhängigkeit noch lange bestehen bleiben. Die Erklärung für diese Ansicht finde sich vor allem bei den gegenwärtig niedrigen Weltmarktpreisen für diese kritischen Rohstoffe. Und alle Unternehmen, die derzeit seltene Erden förderten oder verarbeiteten, meldeten wirtschaftliche Probleme. Das gelte allerdings auch für chinesische Player. Das erschwert nach Meinung der Dera-Experten die Erschließung neuer Vorkommen in anderen Ländern. Außerdem fehle außerhalb Chinas oft die notwendige Infrastruktur für Abbau und Verarbeitung der Stoffe. Und China hat das meiste technische Know-how für den Abbau.

Trump schielt mit Absicht auf Vorkommen in Grönland

Der Studie zufolge entfielen 2023 rund 60 Prozent der weltweiten Förderung von seltenen Erden auf China, bei der Weiterverarbeitung lag der Anteil sogar bei 93 Prozent. Deutschland importierte 2023 insgesamt 5.200 Tonnen des Rohstoffs, davon 71 Prozent direkt aus China. Zum Einsatz kamen seltene Erden in Deutschland zu 90 Prozent in Katalysatoren, die in Autos, Chemiewerken und Raffinerien die Abgase reinigen. Zwar dürfte die Nachfrage nach den seltenen Erden zukünftig deutlich steigen, doch noch ist davon auf dem Markt wenig zu erkennen, heißt es weiter. Entsprechend schwer täten sich neue Projekte außerhalb Chinas, wenn es um den Aspekt Wirtschaftlichkeit gehe.

Schwere seltene Erden sind noch kritischer

Als besonders kritisch sehen die Experten das bei den sogenannten schweren seltenen Erden (etwa Yttrium, Holmium,Thullium und Terbium), die nicht nur im Automobilbau zum Einsatz kommen, sondern auch in der US-Rüstungsindustrie. Diese spezielle Variante kommt nämlich nach wie vor zu 100 Prozent aus China und wird dort abgebaut oder zumindest raffiniert. Das dürfte den Experten zufolge ein Grund für das Interesse Trumps an Grönland sein. Die Insel verfügt nämlich über die weltgrößten Lagerstätten an schweren seltenen Erden. Gefördert werden sie bisher aber nicht. Ein von China gestütztes Seltene-Erden-Projekt in Grönland kam immerhin zum Stillstand, nachdem die örtliche Regierung 2021 die Förderung von Uran verboten hatte, weil man Umweltschäden befürchtete.

Auch Australien ist reich an seltenen Erden

Mehrere Unternehmen haben parallel angekündigt, aus australischen Erzen schwere seltene Erden gewinnen zu wollen – entweder direkt in Australien oder in Malaysia oder sogar den USA. Allerdings gehe es nur um geringe Mengen, die so auf den Weltmarkt kommen dürften. Doch das würde die Abhängigkeit der westlichen Welt von China bei diesen ganz speziellen Rohstoffen dennoch deutlich verringern, wie die Experten prognostizieren.

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