Einkaufsbarometer Lieferketten bleiben risikoanfällig

Quelle: Pressemitteilung BME e.V. 2 min Lesedauer

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Eine aktuelle BME-Studie zeigt die Relevanz digitaler Lösungen im Lieferantenmanagement für KMU auf. Echtzeit-Daten und KI stärken die Resilienz und Effizienz, doch die Lieferketten mittelständischer Unternehmen bleiben fragil.

Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) hat gemeinsam mit Onventis und der ESB Business School das diesjährige Einkaufsbarometer Mittelstand 2025 veröffentlicht.(Bild: ©  tippapatt - stock.adobe.com)
Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) hat gemeinsam mit Onventis und der ESB Business School das diesjährige Einkaufsbarometer Mittelstand 2025 veröffentlicht.
(Bild: © tippapatt - stock.adobe.com)

Globale Unsicherheiten, regulatorische Anforderungen und steigende Erwartungen an Nachhaltigkeit fordern kleine und mittlere Unternehmen (KMU) heraus. Das aktuelle Einkaufsbarometer Mittelstand 2025 zeigt: Betriebe, die auf digitale Plattformlösungen und datenbasierte Lieferantenbeziehungen setzen, sichern sich entscheidende Wettbewerbsvorteile.

Die Onventis GmbH hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) sowie der ESB Business School über 350 Einkaufsverantwortliche aus dem europäischen Mittelstand befragt. Die Ergebnisse liefern einen klaren Blick auf den Status quo.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Knapp 90 Prozent empfinden die Fähigkeit, neue Lieferanten zügig zu integrieren, als zentralen Faktor für unternehmerisches Wachstum.
  • 80 Prozent sehen ihren größten Digitalisierungsbedarf im Lieferantenmanagement.
  • Knapp 50 Prozent bewerten ihr aktuelles Beschaffungssystem als unzureichend für wirksames Risikomanagement.
  • Über 80 Prozent nennen die Echtzeit-Zusammenarbeit mit Lieferanten als entscheidenden Faktor.
  • 78 Prozent sehen Automatisierung und KI als unverzichtbar zur Effizienzsteigerung.
  • 63 Prozent sind der Ansicht, dass die Nutzung von KI zur Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Lieferanten und zur Innovationsförderung beiträgt.
  • 66 Prozent betrachten ESG-Kriterien als festen Bestandteil ihrer künftigen Beschaffungsstrategie.

Mehrkosten durch gestörte Lieferketten weiterhin gewöhnlich

„Die Studie belegt, dass KMU noch mit Defiziten beim Einsatz digitaler Technologien zu kämpfen haben. Vor allem KI-Lösungen werden von der Mehrheit der Umfrageteilnehmer zwar als erfolgskritisch angesehen, zur Optimierung ihrer Beschaffungsprozesse aber nur zögerlich eingesetzt. Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen und fragiler werdender Lieferketten sollten diese Instrumente jedoch intensiver genutzt werden, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können“, meint BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Lars Kleeberg zu den aktuellen Studienergebnissen. Gerade KI-basierte Analysen seien entscheidend, um Risiken in der Lieferkette frühzeitig zu erkennen, Beschaffungsprozesse zu automatisieren, Compliance in Echtzeit umzusetzen und fundierte Entscheidungsgrundlagen zu schaffen.

Weitere Ergebnisse des Einkaufsbarometers Mittelstand: Nur eines von vier Unternehmen nutzt derzeit eine digitale Plattform zur Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten – trotz hoher Relevanz für Resilienz und Effizienz. Fast 60 Prozent der Befragten Studienteilnehmenden sehen fehlende Zeit und personelle Ressourcen als größte Hürde bei der Digitalisierung ihrer Lieferantenprozesse. Und: Mehr als 75 Prozent der Firmen haben durch gestörte Lieferketten erhebliche Mehrkosten verzeichnet.

Strategisches Lieferantenmanagement als Wachstumstreiber

88,6 Prozent der befragten Unternehmen bewerten die Fähigkeit, neue und innovative Lieferanten reibungslos ins Netzwerk zu integrieren, als zentral für das Unternehmenswachstum. Besonders unter dem Eindruck jüngster Störungen wie Lieferengpässen (75,4 Prozent), logistischen Verzögerungen (57,2 Prozent) und pandemiebezogenen Problemen (60,9 Prozent) wird deutlich: Resilienz beginnt im Supplier Management.

Mittelständische Unternehmen in Europa stehen vor großen Herausforderungen und Lieferketten bleiben ein kritischer Erfolgsfaktor für den Mittelstand. Strategisches Lieferantenmanagement wird als Wachstumstreiber vieler Unternehmen gesehen, Digitalisierung und Automatisierung spielen hier eine immer größere Rolle, werden allerdings weiterhin teilweise kritisch gesehen. Unternehmen legen zunehmend Wert auf resiliente Lieferketten durch Echtzeit-Daten und partnerschaftliche Zusammenarbeit. ESG-Kriterien werden mehr und mehr in Beschaffungsstrategien integriert.

Insgesamt transformiert sich der Einkauf von einem reinen Kostenfaktor hin zu einer strategischen Funktion. So hat er das Potenzial Innovationen und Nachhaltigkeitsziele zu fördern.

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