Energiewende mit Raubbaueffekt Steigende Elektroauto-Nachfrage lässt Lithium knapp werden

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Die wachsende Nachfrage nach Elektroautos könnte einer Studie zufolge zu einem weltweiten Mangel an Lithium führen, das für Batterien benötigt wird und in Deutschland kaum vorkommt.

Das neue Öl! Moderne Batterien, die besonders leistungsfähig sein sollen, brauchen Lithium. Besonders viel davon steckt in Batterien für Elektroautos. Doch die Welt bewege sich aufgrund der steigenden Nachfrage durch die Elektromobilität unaufhaltsam auf einen Mangel an Lithium zu ...(Bild:  Battex)
Das neue Öl! Moderne Batterien, die besonders leistungsfähig sein sollen, brauchen Lithium. Besonders viel davon steckt in Batterien für Elektroautos. Doch die Welt bewege sich aufgrund der steigenden Nachfrage durch die Elektromobilität unaufhaltsam auf einen Mangel an Lithium zu ...
(Bild: Battex)

Trotz ehrgeiziger Ausbaupläne zur Gewinnung des wichtigen Batterierohstoffs Lithium soll die vorhandene Menge des Elements 2030 nicht ausreichen, um die wachsende Nachfrage zu befriedigen, die durch den Elektroautoverkauf ausgelöst wird, wie es heißt. Und das gelte sowohl für Europa als auch für die USA und China. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der East China Normal University in Shanghai und der schwedischen Universität Lund. Den größten Engpass dürfte demnach Europa vor sich haben. Zwar rechneten die Experten damit, dass die Förderung des Rohstoffs in der EU in den kommenden Jahren deutlich Fahrt aufnimmt – 2030 könne sie bei 325.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent pro Jahr liegen – doch die Nachfrage wird auf rund 792.000 Tonnen geschätzt.

Deutsche Lithiumvorkommen unter der Lupe

Lithium, betonen die Experten, ist heute so wichtig wie Benzin in der industriellen Revolution. Die Reserven dieses Elements seien zwar weltweit beträchtlich, aber ungleichmäßig auf die verschiedenen Länder verteilt. Entsprechend groß seien die Herausforderungen, den zu erwartenden Bedarf zu decken. Die Studie zeige auch deutlich, dass die Welt ohne sofortige Maßnahmen das Problem bekommen wird, dass die Klima- und Energiewendeziele nicht erreicht würden. Lithium kommt vor allem in Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz, wie sie etwa auch in Elektroautos verbaut werden. Und bisher ist Europa fast komplett von Importen aus Chile, Australien und China abhängig, wo der Rohstoff per Bergbau oder in großen Salzseen gewonnen wird. Allerdings gibt es auch in Deutschland Lithiumvorkommen, deren Nutzwert jetzt überprüft wird. Am Oberrheingraben wird etwa eine Gewinnung aus Tiefenwasser untersucht. In Landau in der Pfalz ging Ende 2023 eine erste Pilotanlage dafür in Betrieb. Auch in der Lüneburger Heide wurde 2024 bereits Lithium aus Tiefenwasser gewonnen. Und in Sachen Erzgebirge plant man, den Rohstoff im klassischen Bergbau direkt aus dem Gestein zu fördern.

Wird es einen Kampf ums Lithium geben?

Doch auch die USA und China werden, wie eingangs schon erwähnt, ihren Bedarf an Lithium nicht selbst decken können. Die Lücke dürfte dort aber deutlich kleiner werden als in Europa. Denn in den USA könne die Förderung bis 2030 auf bis zu 610.000 Tonnen steigen, was knapp 90 Prozent des dann zu erwartenden Bedarfs abdecke. China, bisher einer der wichtigsten Lithiumlieferanten weltweit, könnte dann sogar 1,1 Millionen Tonnen gewinnen. Das werde aber auch nicht reichen, um den Bedarf von dann voraussichtlich 1,3 Millionen Tonnen zu befriedigen. Das heißt, dass ganz ohne Importe von Lithium keine der drei Regionen auskommen wird. Alle drei würden deshalb um die Lithiumimporte aus anderen Ländern konkurrieren. Das kann die Versorgungsengpässe weiter verschärfen und die weltweiten Handelsbeziehungen belasten, so die Autoren der Studie.

Es gibt eine kleine Hoffnung beim Lithiummangel

Um den Mangel an Lithium zu lindern, empfehlen die Wissenschaftler außer einem deutlichen Ausbau der Förderung des Rohstoffs, den Lithium-Einsatz zu reduzieren. Helfen könnten etwa neue Batterietypen, die weniger oder gar kein Lithium brauchen, wie es dazu heißt. Die Experten denken dabei etwa an Natrium-Ionen-Akkus, wie sie in China bereits in ersten Fahrzeugen stecken. Auch europäische Hersteller arbeiten bereits am Einsatz solcher Akkus. Der Nachteil sei aber, dass diese Batterien eine geringere Energiedichte haben und deshalb eher leer sind. In Betracht kommen sie aus diesem Grund derzeit vor allem für Kleinwagen mit geringer Reichweite.

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