Nachhaltigkeit 2026
Nachhaltigkeit wird vom Wunschziel zur Verpflichtung

Ein Gastkommentar von Saskia van Gendt* 2 min Lesedauer

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Die EU-Ökodesign-Verordnung ESPR macht Nachhaltigkeit zur Compliance-Pflicht. Unternehmen müssen digitale Produktpässe einführen und dürfen unverkaufte Waren nicht mehr vernichten. Welche Auswirkungen das auf Supply Chains hat und welche Rolle KI spielen könnte, ordnet Saskia van Gendt in ihrem Kommentar ein.

Ab 2026 werden digitale Produktpässe in der EU zur Pflicht.(Bild: ©  Media Srock - stock.adobe.com / KI-generiert)
Ab 2026 werden digitale Produktpässe in der EU zur Pflicht.
(Bild: © Media Srock - stock.adobe.com / KI-generiert)

Ab 2026 ist Nachhaltigkeit für Unternehmen kein freiwilliges Engagement mehr, sondern unterliegt den Verpflichtungen der EU-Ökodesign-Verordnung ESPR (Ecodesign for Sustainable Products Regulation). So dürfen Unternehmen ab 2026 unverkaufte Waren nicht mehr vernichten. Außerdem müssen sie einen digitalen Produktpass einführen und dafür Sorge tragen, dass Informationen wie Materialzusammensetzung, Reparaturhinweise, Nachhaltigkeitszertifikate oder die CO₂-Bilanz transparent entlang der gesamten Lieferkette verfügbar sind. Auf diese Weise werden Fortschritte beim Thema Nachhaltigkeit messbar und Unternehmen können ihre Maßnahmen in puncto Kreislaufwirtschaft eindeutig belegen. Nachhaltigkeit, die von Unternehmen bislang überwiegend im Rahmen des Marketings kommuniziert wurde, wird damit zu einem überprüfbaren Unternehmensstandard.

KI als Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft

Ab dem kommenden Jahr wird es für Betriebe und Organisationen verpflichtend, die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in ihre zentralen Geschäftsmodelle zu integrieren. Produkte müssen so gestaltet sein, dass sie Abfall und Umweltverschmutzung weitgehend vermeiden, Waren und Materialien im Kreislauf halten und natürliche Systeme, beispielsweise durch Recycling, regenerieren. Dafür müssen sie in Technologien investieren, die über die gesamte Lieferkette hinweg, vom Rohstoff bis zum Verkauf, eine umfassende Transparenz bieten. Künstliche Intelligenz wird dabei eine zentrale Rolle einnehmen. Mithilfe von vorausschauender Bedarfsplanung, Leistungsoptimierung und einer intelligenten Rücknahmelogistik sind deutliche Effizienzsteigerungen möglich. Da die KI Daten über alle Stufen der Lieferkette vernetzen kann, können Unternehmen nicht nur Waren und Informationen zurückverfolgen, sondern auch das Einhalten von Vorschriften überprüfen und Abfall vermeiden, bevor er entsteht.

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