Supply Chain Management In der Supply Chain liegt der Gewinn

Redakteur: Jürgen Schreier

Unternehmen, die auf ihre Supply-Chain-Struktur den speziellen Erfordernissen ihrer Produkte anpassen, erzielen deutlich überdurchschnittliche Erfolge. In Zusammenarbeit mit drei Universitäten hat Roland Berger Strategy Consultants nachgewiesen, dass Unternehmen ihre Performance durch optimalen Supply-Chain-Fit steigern können.

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Nach der Studie „Global Supply Chain Management Excellence“ erzielen Unternehmen, die ihre Supply Chain entsprechend optimiert haben, eine Gesamtkapitalrendite (ROA), die 4 bis 6 Prozentpunkte über der von Unternehmen ohne Supply-Chain-Fit liegt; bei Umsatzwachstum und Ebit-Marge liegt die Verbesserung zwischen 2 und 8 Prozentpunkten. Betrachtet man die Rendite des eingesetzten Kapitals (ROCE) liegen die Werte sogar zwischen 14 und 17 Prozentpunkten höher.

„Vor allem in den Bereichen Konsumgüter und Elektroanlagen erzielen Unternehmen mit Supply-Chain-Fit erheblich bessere Unternehmenskennzahlen. Bei Elektroanlagen zum Beispiel, liegen die ROA Werte bis zu 10 Prozentpunkte über dem Durchschnitt“, sagt Robert Ohmayer, Verfasser der Studie und Partner im Competence Center Operations Strategy bei Roland Berger Strategy Consultants. „Mit strategischen Entscheidungen zu ihrer Supply-Chain-Struktur nehmen Unternehmen direkt Einfluss auf die beiden Haupttreiber zur Verbesserung des ROA: die Anlagenproduktivität und die Ebit-Marge“, ergänzt Ohmayer.

Die spezifischen Bedürfnisse eines Unternehmens ergeben sich in erster Linie aus den speziellen Eigenschaften seiner Produkte: Standardprodukte mit langer Nutzungsdauer, geringen Kostenschwankungen, guter Prognosegenauigkeit und seltenen Bestellungsänderungen durch die Kunden erfordern eine effiziente Supply-Chain-Struktur mit geringen Kosten, hohem Bestandsumschlag und hoher Kapazitätsauslastung.

Nach Kundenspezifikationen gefertigte Produkte zeichnen sich im Gegensatz dazu durch kurze Nutzungsdauer, zahlreiche Produktvarianten, geringere Prognosegenauigkeit und häufigere Änderungen der Bestellungen aus. Deshalb benötigen sie eine reaktionsschnellere Supply-Chain-Struktur mit höherer Liefersicherheit, hohem Pufferbestand, großer Kapazität und hohem Kundenservicegrad.

Der Prozentsatz der Unternehmen, die ihre Supply Chain auf die Erfordernisse ihrer Produkte abgestimmt haben, variiert von 36% in der Prozessindustrie bis zu 78% im Konsumgüterbereich. „Offenbar gibt es in allen Branchen immer noch zahlreiche Unternehmen ohne Supply-Chain-Fit“, stellt Steffen Kilimann, Mitverfasser der Studie und Project Manager bei Roland Berger, fest. „Und das obwohl der durchschnittliche ROA von Unternehmen mit Supply-Chain-Fit im Zeitraum 2004 bis 2006 für Hersteller von Standardprodukten bei 11% und für Hersteller von Spezialprodukten bei 9% lag. Das sind 6 bzw. 4 Prozentpunkte mehr als bei Unternehmen ohne Supply-Chain-Fit.“

Vergleichbare Ergebnisse wurden zum Beispiel für Umsatzwachstum und Ebit-Marge ermittelt: Unternehmen mit Standardprodukten und optimierter Supply Chain erzielten 14% Umsatzwachstum (gegenüber 6%) und 10% Ebit-Marge (gegenüber 6%). Hersteller von Spezialprodukten hatten ein Umsatzwachstum von 13% (gegenüber 8%) und eine Ebit-Marge von 10% (gegnüber 8%).

Zunehmende Bedeutung von Nachfrageplanung und Prognose

Während sich die Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren bei der Optimierung ihrer Supply Chain vor allem auf die Einsparung von Kosten konzentrierten, stehen jetzt Verbesserungen bei Nachfrageplanung und Prognose an. „Es hat sich gezeigt, dass die meisten Unternehmen ohne optimiertes Supply Chain Management bereits Handlungsbedarf erkannt haben“, sagt Robert Ohmayer.

Die vollständige Studie können Sie kostenfrei heunterladen unter:

www.rolandberger.com/pressreleases

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