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Innovation – eine Frage der Umsetzbarkeit

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Und damit konnten die Steffes-Konstrukteure die Idee verwirklichen: Nicht nur das teleskopierbare Gestell der Anlage, sondern auch Bauteile wie Rahmen und Gehäuse, Türen und Fenster oder der Greifer für die Papptrays sind aus dem mk-System gebaut. Die Möglichkeiten der mk-Produkte gehen aber auch noch weiter. In der Packanlage haben die Konstrukteure von Steffes auch Transportbänder von Maschinenbau Kitz verbaut: Zwei senkrecht gegenüberstehende Zahnriemenförderer mit Mitnehmern dienen nach dem Paternosterprinzip als Pufferspeicher für die Papptrays. Mit entsprechender Taktung werden die Trays gepuffert beziehungsweise der weiteren Verwendung wieder zugeführt.

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Ein Baukasten, viele Möglichkeiten

Das mk-Baukastensystem ist so aufgebaut, dass Profile, Zubehör und Fördertechnik vollständig miteinander kompatibel sind. „Mit unseren Produkten lassen sich sämtliche mechanische Grundfunktionen einer modernen Fabrikautomation realisieren“, erklärt Becker. „Neben den einzelnen Komponenten können unsere Kunden bei uns auch feste Funktionen zu festen Preisen erhalten. Das reduziert Projektkosten und Risiken.“

„Für unsere Kunden ist es in der Regel kein Verkaufsargument, auf welcher Basis wir unsere Maschinen bauen“, führt Janzen aus. „Aber für uns als Maschinenhersteller bieten die mk-Komponenten und Module insbesondere im Konstruktions- und Herstellungsprozess einige wichtige Vorteile.“ Besonders die benötigte Flexibilität während einer Neuentwicklung lässt sich mit den mk-Produkten gut realisieren. Bauteile lassen sich schnell und einfach nachträglich ändern oder anpassen. Die Vielfalt des Profilsystems ermöglicht auch ungewöhnliche Anwendungen.

Wissen wie es geht

Die mk-Experten wissen, wie die Produkte am besten eingesetzt werden, und beraten ihre Kunden auch zur Konstruktion der Anlagen. „Dennoch gibt es auch für uns immer wieder kreative und überraschende Anwendungen seitens unserer Kunden“, erzählt Becker. So hat mk zum Beispiel mit einem Kunden einen gebogenen Magnetförderer konstruiert. Er befördert das ferromagnetische Fördergut auf der Unterseite des Förderers in die Höhe, um es dort an den nächsten Produktionsschritt weiterzugeben.

Bei der Entwicklung und Umsetzung der Steffes-Packanlage benötigten die Konstrukteure dort nur wenig Beratung: „Das System und der Katalog sind verständlich aufgebaut und wir kennen die Produkte sehr gut“, sagt Maxim Janzen. „Bei Modulen wie Transportbändern hat uns der mk-Außendienst gut beraten, wie wir die Förderer am besten einsetzen.“

Um die Anlage möglichst kompakt zu bauen, wurde das höhenverstellbare Gestell mit einem Scherenhubantrieb realisiert. Teleskopierbare mk Profile sorgen für die notwendige Flexibilität. Bauteile und Baugruppen, die im Betrieb aus dem Gestell hinausragen wurden so konstruiert, dass sie für den Transport eingefahren bzw. eingeklappt werden können.

Erfolgreiche Innovation

Nachdem das Konzept der Packanlage vollständig ausgearbeitet war, wurde der erste Prototyp als halbautomatische Version beim Kunden in Betrieb genommen. Etwas später folgten zwei weitere Anlagen als vollautomatische Version mit diversen Optionen und Neuerungen. Für Steffes hat sich die Entwicklung der Packanlage auf jeden Fall gelohnt: Nach den ersten drei Anlagen sind nun zwei weitere in Planung. „Unser Kunde ist hochzufrieden und wir sind es auch“, berichtet Janzen.

Das Beispiel zeigt, wie gelebte Innovation in einem mittelständischen Unternehmen funktionieren kann: Innovativ sein, bedeutet demnach nicht nur, die Möglichkeiten auszuschöpfen, sondern auch, aus der Not eine Tugend zu machen. Und mit den richtigen Komponenten lassen sich selbst ungewöhnliche Ideen realisieren. MM

* Werner Weber ist verantwortlich für die Pressearbeit der Maschinenbau Kitz GmbH in 53844 Troisdorf, Tel. (02 28)45 98-0, info@mk-group.com

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