Es wird doch finster! Aus für die deutschen Werke von Meyer Burger

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Beim insolventen Solarzellenhersteller Meyer Burger wird der Betrieb nun komplett beendet, heißt es. Denn auch für dieses angeschlagene Unternehmen wurde kein Investor aufgetrieben.

Bei Meyer Burger in Deutschland gehen die Lichter aus, wie die dpa jetzt meldet. Hunderte von Mitarbeitern sind freigestellt oder wurden gekündigt ...(Bild:  Meyer Burger)
Bei Meyer Burger in Deutschland gehen die Lichter aus, wie die dpa jetzt meldet. Hunderte von Mitarbeitern sind freigestellt oder wurden gekündigt ...
(Bild: Meyer Burger)

Die Solarbranche in Deutschland und Europa befindet sich nach wie vor in einer höchst schwierigen wirtschaftlichen Lage. Das trieb Meyer Burger schließlich in die Pleite. Für die deutschen Standorte gibt es auch bisher keinen Investor. Wie die Insolvenzverwalter mitteilen, wurde der Geschäftsbetrieb der Werke in Bitterfeld-Wolfen und Hohenstein-Ernstthal am 1. September eingestellt. Der Großteil der rund 540 Beschäftigten ist demnach freigestellt oder wurde gekündigt, weil ganz einfach der Insolvenzgeldzeitraum abgelaufen ist, wie es weiter heißt. Zwar liefen noch Gespräche mit möglichen Interessenten, doch ob diese zu einem Ergebnis führten, sei ungewiss. Man ist aber offen für zusätzliche Angebote von Investoren und bereit, erneut Verhandlungen aufzunehmen. Allerdings gebe es dafür zurzeit keine Anzeichen. In Hohenstein-Ernstthal (Meyer Burger Germany) würden über 62 verbliebene Mitarbeiter nun die Abwicklungsarbeit unterstützen. An beiden Standorten gibt es auch noch Meyer Burger Industries, wo noch 38 Mitarbeiter für den gleichen Zweck eingesetzt werden. Sollte sich noch etwas mit einem Investor ergeben, so sei es denkbar, dass die freigestellten und gekündigten Mitarbeiter sogar wieder zurückgeholt werden.

Das sagen die Kritiker zu dieser Entwicklung

Die IG Metall spricht angesichts der Entwicklung von einem industriepolitischen Scherbenhaufen. Das Aus von Meyer Burger sei das sichtbare Symptom einer Industriepolitik, die zu lange von Zögern, Flickwerk und Abwarten geprägt wurde. Das gilt sowohl für die Politiker in Magdeburg als auch für jene in Berlin und Brüssel, kritisierte die Gewerkschaft. Man fordert deshalb faire Wettbewerbsbedingungen und verbindliche Standortzusagen. Und Fördermittel dürften nur fließen, wenn Arbeitsplätze und Standorte rechtlich bindend und mitbestimmt gesichert seien. Die Linke-Bundestagsabgeordnete Janina Böttger warf der Landesregierung in Magdeburg vor, es versäumt zu haben, früh eine Strategie für den Erhalt und Ausbau von Jobs in der Solarindustrie zu entwickeln. Während Millionen in fossile Industrien gepumpt worden seien, fehle offenbar der politische Wille, Branchen wie die Solarindustrie konsequent zu unterstützen.

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