So nicht! Investitionspläne verärgern Mitarbeiter der Thyssenkrupp-Stahlsparte

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der mögliche Einstieg eines Großinvestors in Thyssenkrupps Stahlsparte sorgt für Kritik von der Arbeitnehmerseite, wie die dpa meldet.

Ein tschechischer Energiemogul will 50 Prozent der Stahlsparte von Thyssenkrupp kaufen. Doch die Belegschaft findet, dass das Vorgehen nicht wirklich sauber verläuft. Auch die IG Metall hat sich eingeschaltet. Lesen Sie, was die dpa zu dieser Sachlage herausgefunden hat ...(Bild:  dpa)
Ein tschechischer Energiemogul will 50 Prozent der Stahlsparte von Thyssenkrupp kaufen. Doch die Belegschaft findet, dass das Vorgehen nicht wirklich sauber verläuft. Auch die IG Metall hat sich eingeschaltet. Lesen Sie, was die dpa zu dieser Sachlage herausgefunden hat ...
(Bild: dpa)

Dass der tschechische Energiemilliardär Daniel Kretinsky einen Anteil von 50 Prozent übernehmen und der Konzern diesen Deal schon bis Ende Oktober unter Dach und Fach bringen will, ist nach Ansicht der Arbeitnehmer unseriös und ignoriert die Interessen der Belegschaft, heißt es in einem Flugblatt der IG Metall, das der dpa vorliegt und auf den 9. Oktober datiert ist. Das Vorhaben müsse erst in der Mitbestimmung verhandelt werden. Man lehne den Investor nicht grundsätzlich ab, aber es dürfe keine Hauruckaktion auf Kosten der Beschäftigten geben.

Thyssenkrupp ist bekanntlich Deutschlands größter Stahlhersteller. Der Mutterkonzern strebt aber schon seit Längerem eine Verselbstständigung der Stahlsparte an und prüfte dazu bereits mehrere Optionen, zu denen auch Kretinskys EPH-Konzern zählt. Laut einem Handelsblatt-Artikel von Ende September soll EPH zu 50 Prozent an der Stahlsparte beteiligt werden und Thyssenkrupp die anderen 50 Prozent halten. Von der Beteiligung verspricht sich die Führung von Thyssenkrupp wohl einen Zugang zu günstigem Strom.

Für die Thyssenkrupp-Angestellten steht viel auf dem Spiel ...

Thyssenkrupp plant nicht zuletzt den Bau mehrerer Anlagen, mit denen die Herstellung von Stahl klimafreundlicher wird. Für den Betrieb werden große Mengen Wasserstoff benötigt, der in Elektrolyseuren mithilfe von grünem Strom klimaneutral hergestellt werden soll. Das Schreiben der IG Metall an die Belegschaft fordert Aufklärung über den möglichen Investoreneinstieg. So werde etwa gefragt, ob die Gesellschaft auch künftig ihren Sitz in Deutschland haben werde und ob die Thyssenkrupp AG langfristig an der jetzigen Stahlsparte beteiligt bleibe. Für die rund 27.000 Beschäftigten von Thyssenkrupp Steel Europe steht also viel auf dem Spiel, gibt die Gewerkschaft zu bedenken. Man fordert deshalb Verhandlungen über ein industrielles Konzept, Investitionen, Gesellschaftsstruktur und Mitbestimmung.

So ist die Reaktion der Thyssenkrupp-Entscheider

Als Reaktion auf die Gewerkschaftskritik sagte ein Thyssenkrupp-Sprecher, dass die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat weiterhin regelmäßig über alle Fortschritte informiert werden. Die Mitbestimmung spiele bei der Verselbstständigung der Stahlsparte eine wichtige Rolle und werde eng eingebunden. Bei der Dekonsolidierung des Stahlgeschäfts verfolge Thyssenkrupp eine Bandbreite verschiedener Möglichkeiten. Zu einzelnen Möglichkeiten und am Markt kursierenden Gerüchten könne man sich aber nicht äußern.

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