Einzelhandel
KI-gestützte Maßnahmen gegen zunehmenden Retourenbetrug

Von Gabriel Werner * 4 min Lesedauer

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Alle Jahre wieder gehen am Anfang des neuen Jahres große Warenmengen zurück an den Einzelhandel. Es ist die Zeit der Retouren, denn unliebsame Weihnachtsgeschenke werden zurückgegeben oder umgetauscht. Die Möglichkeiten, die Rückgaben bieten, machen sich zunehmend auch Betrüger zunutze.

Immer häufiger manipulieren Betrüger Rückgabeprozesse und fügen Händlern damit finanziellen Schaden in nicht unerheblichem Maße zu.(Bild:  PikePicture - stock.adobe.com)
Immer häufiger manipulieren Betrüger Rückgabeprozesse und fügen Händlern damit finanziellen Schaden in nicht unerheblichem Maße zu.
(Bild: PikePicture - stock.adobe.com)

Zum Beispiel die „GermanRefundCrew“, die laut Bundeskriminalamt (BKA) verdächtigt wird, gewerbs- und bandenmäßig Artikel online gekauft und deren Rücksendungen nur vorgetäuscht zu haben, damit ihnen der Kaufpreis rückerstattet wird. Allein im Zeitraum von Juli bis Oktober 2020 sollen sie auf diese Weise einen Schaden von über einer halben Million Euro angerichtet haben. Ein weiterer Betroffener ist der Onlinehändler Amazon, der im Dezember 2023 eine Klage gegen 48 Personen aus verschiedenen Ländern einreichte. Ihnen wird vorgeworfen, als Angehörige der Gruppe „Rekk“ im Auftrag von Kunden systematisch die Rückgabepolitik von Amazon ausgenutzt und manipuliert zu haben. Laut Angaben des Technikportals Tarnkappe bestellten Käufer beispielsweise ein Apple iPhone und beauftragten Rekk mit der Erstattung des Kaufpreises. Durch erfolgreiche Phishing-Angriffe konnten sie die Rücksendung im System als abgeschlossen markieren, obwohl sie die Produkte nie zurückgeschickt hatten. Die Cyberkriminellen von Rekk erhielten dann einen Prozentsatz des Kaufpreises als Provision. Einem Bericht des „Stern“ zufolge ging der Schaden in die Millionen.

Betrüger prellen die Händler mit raffinierten Methoden

Um die Rückgabeprozesse von Händlern auszutricksen, entwickeln Betrüger immer raffiniertere Methoden. Manche lassen sich beispielsweise den Kaufpreis mehrfach zurückerstatten. Dabei verlangen sie zunächst das Geld für einen Artikel, den sie vermeintlich nicht bekommen haben und fordern anschließend eine zweite Erstattung über ihr Kreditkartenunternehmen. Da viele Hersteller das Paket lediglich wiegen und es ohne manuelle Kontrolle weiterleiten, machen Onlinebetrüger sich das bei der Paketrücknahme zunutze. Sie behalten die Originalware ein und schicken stattdessen ein mit Erde oder Sand gefülltes Paket zurück, das exakt dem Gewicht der Originalsendung entspricht.

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