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Können KI und Kreativität den Fachkräftemangel besiegen?

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Diese Faktoren begrenzen das Engagement

Dem Engagement der Unternehmen sind jedoch Grenzen gesetzt, wie betont wurde. Politik und Bürokratie erschweren es zudem, alle potenziell verfügbaren Arbeitskräfte zu erreichen. Und das trotz des absehbaren demografischen Rückgangs. Die Chance, den Pool an potenziellen Fachkräften zumindest ein wenig zu vergrößern, wird so nicht genutzt. Zu wenig Möglichkeiten gebe es beispielsweise für den Umgang mit der zu hohen Zahl an Schulabgängern wie auch für die zu geringe Unterstützung für berufstätige Mütter. Wolf, bis zum Sommer 2023 Vorstandschef des Automobilzulieferers Elring-Klinger, registriert: „Ausländische Fachkräfte haben zunehmend weniger Interesse, sich auf deutsche Inserate zu bewerben.“ Doch man könne nicht erwarten, dass sich qualifizierte Fachkräfte in die lange Schlange vor dem Ausländeramt einreihten. Wolf wirbt deshalb für ein Einwanderungsgesetz nach dem Vorbild Kanadas.

In den über 30 Ländern, in denen die Schwarz-Gruppe aktiv ist, beobachtet man verschiedene sinnvolle Aktivitäten, berichtete Hehn, was ein modernes Einwanderungsgesetz oder der Ausbau des dualen Ausbildungssystems betrifft. Gleichzeitig betonte der Personalvorstand, dass es immer um eine Mischung aus verschiedenen Maßnahmen geht, die jedes Unternehmen für sich selbst finden muss. Hehn: „Mit jeder Art von Recruiting-Kampagne und Employer Branding lösen wir nicht den Mangel an Fachkräften! Zudem geht es um das Halten der bestehenden Belegschaft und um die Digitalisierung, um hier und da eine Lücke zu schließen.“

Künstliche Intelligenz agiert wie ein Praktikant

Mit den technischen Fortschritten hat sich die Debatte noch einmal intensiviert. Bereits zuvor war das große Potenzial von Software, Routineaufgaben zu übernehmen, erkannt und genutzt worden. Die Entwicklung im Bereich der sogenannten Generativen KI sorgen dafür, dass sich die Einsatzfelder theoretisch und praktisch ausweiten. Sogar Experten in kreativen Berufen könnten sich jetzt durch Tools wie „ChatGPT“ im Arbeitsalltag helfen lassen. Mit den neuesten Updates ließen sich sogar Skizzen von unternehmensinternen Prozessabläufen hochladen. Die KI liefert dann zumindest erste Impulse für Optimierungsvorschläge.

Die Erwartungen sind also hoch. Doch Experten bremsen sie zumindest zum jetzigen Zeitpunkt etwas ein. Denn so groß das Potenzial von Automatisierung und künstlicher Intelligenz sein mag, aktuell kann die digitale Technologie die allermeisten Arbeitsplätze zwar unterstützen, aber nicht ersetzen. Zu übereifrig in den Ergebnissen, zu unerfahren bei Entscheidungen, äußerte sich Chris Russell, Dieter Schwarz Assistenz-Professor für Künstliche Intelligenz, Verwaltung und Politikgestaltung an der Universität Oxford. Künstliche Intelligenz verhalte sich aktuell wie ein Praktikant am ersten Arbeitstag – zwar sehr enthusiastisch, sehr erpicht, aber dennoch sehr zögerlich darin, auch mal nein zu sagen.

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