Lagerlogistik im Mittelstand – WM vs. EWM und S/4HANA

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Das WM-Modul setzen kleinere Lager und Mittelständler besonders häufig ein. Im Vergleich mit dem EWM bietet es das günstigere Lizenzmodell und einen abgespeckten Funktionsumfang, was für Anwender aus diesem Nutzerkreis den Ausschlag gibt. Allerdings schläft die Entwicklung nicht: Der Nachfolger der neuesten SAP-Suite S/4HANA kommt und damit auch das Ende der regulären Wartung für viele SAP-Altsysteme. 2025 läuft der Support für das WM aus. Zeit also, um über das EWM nachzudenken. Und das nicht, weil es die Unternehmen müssen, sondern weil das EWM viele Vorteile bietet.

Vorteile des EWM

Das SAP EWM bietet mehr Möglichkeiten, um Prozesse zu automatisieren: Komplette Wegstrecken lassen sich abbilden und Stufen einbauen, um Waren- und Materialflüsse optimal zu steuern. Lieferungen gehen im Lager ein, erreichen Qualitäts- und Dekonsolidierungszonen und schließlich ihren Lagerplatz – vollautomatisch. Weiterer Vorteil des EWM: Es bietet einen größeren Nummernkreis. Logistiker können ihr Lager feiner clustern und unbegrenzt Lagertypen definieren – im WM-Modul waren nur 30 Typen vorgesehen. Außerdem lassen sich Klarnamen in die Bezeichnungen integrieren, was dem Personal die Arbeit erleichtert.

Der Quellcode des EWM ist offen. So sind Kunden in der Lage, auch das EWM gemäß ihren Anforderungen weiter anzupassen. Im Unterschied zu proprietären Systemen, die Nutzer an einen Anbieter binden, sorgt das offene EWM von SAP für ein florierendes Partnernetzwerk: Anwender greifen auf ein riesiges Ökosystem aus Beratungshäusern mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu. Ein schier unerschöpflicher Ressourcenpool, der für Agilität und hohe Zukunftssicherheit sorgt. Auch in Jahren finden Logistiker einen Partner, der gewünschte Anpassungen realisieren kann. Und wenn Anwender selbst über das Know-how verfügen, entwickeln sie das offene EWM einfach weiter.

S/4HANA integriert EWM

Jetzt rückt die neueste SAP-Suite auf den Markt: S/4HANA kommt und integriert das EWM in den digitalen Kern des Systems. Als „embedded EWM“ bietet das Vorteile: Schnittstellen und Duplizierungen entfallen. Statt Stamm- und Bewegungsdaten zwischen ERP und EWM auszutauschen, arbeiten kaufmännische und logistische Anwender bei S/4HANA parallel und gleichzeitig mit ein- und demselben Stamm- und Bewegungsdatensatz. Statt Daten zu replizieren oder zu aggregieren, stellt S/4HANA Informationen in Echtzeit bereit. Dafür sorgen das komprimierte Datenbankmodell von SAP und die In-Memory-Technologie. Die gesamte Datenbank des ERP-Systems hält S/4HANA im Arbeitsspeicher vor. Zeitaufwendige Lese- und Schreibprozesse entfallen. Ergebnisse stehen immer genau in dem Moment bereit, in dem sie gefragt sind. Zudem erlaubt S/4HANA parallele Buchungen. Waren bei vorangehenden SAP-Suites Buchungen kurzzeitig gesperrt, können heute mehrere Mitarbeiter gleichzeitig an einer Aufgabe arbeiten. So lassen sich Abläufe übergreifend beschleunigen. ■

* Meik Brand ist SAP-Experte bei der QSC AG in 50829 Köln, Tel. (02 21) 66 98-0 00, info@qsc.de

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