Nach Corona können die Unternehmen in Deutschland mit einer kräftigen Erholung rechnen – vorausgesetzt, sie meistern die wachsenden Lieferengpässe. Moderne E-Procurement-Lösungen helfen ihnen dabei. Sie schaffen die nötige Transparenz, um drohende Risiken frühzeitig zu erkennen und rasch abzuwenden oder zu kompensieren.
Wer es fertig bringt, die zunehmenden Lieferengpässe zu meistern, kann davon ausgehen, sich gut aus dem Corona-Tief zu erholen.
(Bild: iStock)
Nach einer Umfrage des Ifo-Instituts berichten derzeit fast 50 Prozent der deutschen Industriefirmen von Nachschubproblemen bei Rohstoffen und Vorprodukten. Sie klagen über steigende Warenpreise und werden schlimmstenfalls bestehenden Lieferverpflichtungen nicht gerecht.
Bündel an Auslösern identifiziert
Dabei ist die Covid-19-Pandemie nur eines von zahlreichen aktuellen Ereignissen, die zu unsicheren Versorgungslagen führen. Auch die Suez-Blockade und die Embargos verschiedener Länder stellen die Endproduktehersteller auf die Probe. Hinzu kommen strukturelle Probleme des Weltmarkts, wie die mangelnde Verfügbarkeit wichtiger Rohstoffe. Ein Beispiel ist das Alkalimetall Lithium, das für die Akkus von Notebooks und Handys und verstärkt auch für Batterien in der boomenden Elektromobilität benötigt wird.
Nicht zu vergessen sind die operativen Probleme, unter denen viele Unternehmen in der Zusammenarbeit mit Lieferanten leiden. Lassen Liefergeschwindigkeit und Lieferqualität eines Handelspartners zu wünschen übrig, kann dies ein einkaufendes Unternehmen rasch in Schwierigkeiten bringen.
Zeitnaher Überblick erforderlich
Ob strukturelle oder operative Handicaps in der Lieferkette: Wer Lieferengpässen wirksam entgegenwirken will, muss einen zeitnahen Überblick haben – nicht nur über das eigene Unternehmen, sondern auch über sämtliche bestehenden Lieferantenbeziehungen und Kundenverpflichtungen sowie über die globalen Beschaffungsmärkte. Diese Transparenz lässt sich mit zentralen E-Procurement-Plattformen erreichen, die allen Beteiligten die Möglichkeit zur strukturierten elektronischen Zusammenarbeit bieten. Die Basis bilden (Fast-)Echtzeitdaten, die in strukturierten Geschäftsdokumenten – zum Beispiel für Bestellungen und Lieferavise – vorliegen.
Moderne E-Procurement-Plattformen müssen vier zentrale Forderungen des Einkaufs erfüllen.
(Bild: Apsolut)
Zusätzlich empfiehlt sich der Einsatz moderner Analyse-Tools, wie multidimensionale Data Cubes (Datenwürfel). Damit lassen sich alle wichtigen Daten aus der externen Lieferkette und der internen Produktions- und Absatzplanung aggregieren sowie aus verschiedenen Perspektiven untersuchen und auswerten. Die Einkäufer erhalten Einblick in drohende Lieferrisiken und in die vorhandenen Optionen, um diese möglichst schnell abzuwenden oder auszugleichen. Falls nötig, können sie zeitnah korrigierend in die Prozessabläufe eingreifen.
Rechtzeitig Korrekturmaßnahmen einleiten
Ein aktuelles Beispiel liefert der havarierte Containerfrachter „Ever Given“, der tagelang den Suezkanal blockierte. Mithilfe moderner E-Procurement-Plattformen konnten die Endproduktehersteller die Informationen über den Fortschritt der Bergungsarbeiten laufend mit den relevanten Daten aus Einkauf, Produktions- und Absatzplanung sowie Vertrieb abgleichen. Zeichnete sich dabei ab, dass auch eigene Warenbestellungen und Lieferverpflichtungen von der Suez-Blockade beeinträchtigt werden könnten, empfahl sich die Suche nach alternativen Bezugsquellen. Auch dafür stehen innovative Lösungen, wie Scoutbee, zur Verfügung, die Marktinformationen für eine flexible Lieferantenauswahl liefern.
Doch können verspätete oder nicht zugestellte Warensendungen auch von einem Lieferanten selbst verschuldet werden. Kommt es zu operativen Problemen in der Zusammenarbeit, sollten die Unternehmen die Informationen analysieren, die über den Zulieferer im Beschaffungssystem gespeichert sind. Stellt sich dabei heraus, dass er es mit der Liefertreue generell nicht so genau nimmt, sollten Korrekturmaßnahmen eingeleitet werden. Schlimmstenfalls ist die Zusammenarbeit komplett zu beenden.
Mit einer ganzheitlichen SAP-Systemarchitektur können globale Einkaufsprozesse gestaltet und lokal genutzt werden.
(Bild: Apsolut)
Für Fälle wie diesen kann eine Multisourcing-Strategie von Vorteil sein, da sie direkte Ausweichmöglichkeiten bietet. Andere Unternehmen wiederum bevorzugen eine Bevorratung der benötigten Waren, auch wenn zum Teil hohe Opportunitätskosten für die Lagerhaltung damit verbunden sind.
Plattform muss Einkaufsanforderungen genügen
Bei der Auswahl zentraler E-Procurement-Plattformen sollten die Unternehmen darauf achten, dass diese lokal genutzt werden können und vier wesentlichen Anforderungen des Einkaufs genügen:
Nachhaltigkeit: Unterstützung ökologischer und sozialer Aspekte bei der Lieferantenauswahl, zum Beispiel CO2-Senkung, Zero Waste oder Go-Green-Initiativen;
Flexibilität: flexible Versorgung mit Gütern auf Basis von Echtzeit-Einkaufsdaten, um zeitnah auf Risiken reagieren und in laufende Prozesse eingreifen zu können (zum Beispiel flexible Sourcing, Enhanced Sourcing & Contracting);
Effizienz: effiziente Abbildung der Beschaffungsprozesse mit dem Ziel, die Prozesskosten zu reduzieren und Einsparpotenziale umzusetzen, etwa durch Lieferantenpools;
Benutzerfokussierung: einfache und intuitive Navigation für eine hohe Benutzerfreundlichkeit.
Ganzheitlicher Ansatz mit SAP
Mit SAP S/4HANA for Central Procurement (CP) können SAP-basierte Einkaufsorganisationen ein (cloudbasiertes) System nutzen, das die Zentralisierung der Einkaufsfunktionen und -prozesse über mehrere ERP-Systeme hinweg unterstützt und die genannten Anforderungen erfüllt.
In Verbindung mit SAP Ariba Supply Chain Collaboration (SCC) und SAP Analytics Cloud (SAC) stellt CP den Unternehmen zeitnah die Informationen bereit, die sie zur schnellen Identifizierung von Lieferrisiken brauchen. Zur optimalen Ausrichtung der strategischen und operativen Einkaufsfunktionen empfiehlt es sich, zusätzlich das neue SAP-Business-Partner-Netzwerk zu nutzen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Für eine ideale IT-Systemarchitektur sollte SAP S/4HANA CP auf einem oder mehreren Digital Cores (ERP-Systeme) aufgesetzt werden. Damit lassen sich globale Einkaufsprozesse definieren und lokal ausführen. Zentrale Rahmenverträge können lokal genutzt und kontinuierlich auf ihre Ausschöpfung hin zentral kontrolliert werden. Darüber hinaus gewährleistet der Anschluss an das weltweit größte Business & Community Collaboration Network von SAP eine nahtlose Verbindung der unternehmensinternen Informationen mit dem externen Markt nahezu in Echtzeit.
* Axel von Kleist ist Partner Automotive/DMI bei der Apsolut Group in 33604 Bielefeld, Tel. (05 21) 16 39 09-0, info@ap-solut.com