U-Bahn-Bau in Istanbul Lincas schließt Vertrag als Generalexporteur über 137 Mio. Euro ab

Redakteur: Stéphane Itasse

Hannover (si) – Beim Bau der Istanbuler U-Bahn werden auch deutsche Unternehmen als Zulieferer profitieren können. Der Außenhandels-Dienstleister Lincas wird als Generalexporteur die

Anbieter zum Thema

Hannover (si) – Beim Bau der Istanbuler U-Bahn werden auch deutsche Unternehmen als Zulieferer profitieren können. Der Außenhandels-Dienstleister Lincas wird als Generalexporteur die Zulieferungen von 60 bis 80 Herstellern koordinieren und hat dazu einen Vertrag über 137 Mio. Euro abgeschlossen, wie das Unternehmen auf der Hannover-Messe bekannt gab.

Die beiden neuen U-Bahn-Linien in Istanbul sollen das Netz auf der europäischen Seite der Stadt erweitern und können rund 70000 Fahrgäste pro Stunde befördern. Neben den knapp 17 km unterirdischer Strecke werden insgesamt 13 neue U-Bahnhöfe gebaut. Die Istanbuler Verkehrsbetriebe IETT investieren rund 310 Mio. Dollar in den Bau und weitere 183 Mio. Dollar in Bauteile für das Schienennetz, die Tunnel und die Haltestellen.

Für Lincas als Generalexporteur steht erst ein kleiner Teil der Lieferanten schon definitiv fest, sagte der Lincas-Generaldirektor Türkei, Matthias Bahr, im Gespräch mit unserer Redaktion. Für eine ganze Reihe von Produkten ist das Unternehmen noch in Verhandlungen mit den Anbietern. Komplett aus Deutschland wird unter anderem die Steuerungselektronik kommen. „Diese Aufträge waren schon an japanische Unternehmen vergeben worden, wurden aber wieder storniert, als wir als Generalexporteur eingestiegen sind“, erläuterte Bahr.

Dass deutsche Unternehmen so zum Zuge kommen, liegt am Geschäftsmodell von Lincas: Der Außenhandels-Dienstleister schließt eine einheitliche Hermes-Deckung für den gesamten Liefervertrag ab. Damit muss auch ein entsprechend hoher Anteil an Lieferungen aus Deutschland kommen, weil die Regelungen der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG für die Exportkreditgarantien des Bundes dies vorsehen. Falls der Kunde doch einen anderen Lieferanten beauftragen will, platzt möglicherweise das ganze Geschäft. Im Fall der Istanbuler U-Bahn stehen so laut Lincas Aufträge für deutsche Unternehmen für knapp 81 Mio. Euro fest. Rund 70% der ausländischen Materialzulieferungen des Neubaus kommen von deutschen Unternehmen.

Lincas übernimmt bei solchen Verträgen als Generalexporteur die Verantwortung für die Lieferungen und koordiniert sie. Außerdem kümmert sich das Unternehmen um die finanzielle Absicherung der deutschen Lieferungen, die Logistik für alle Zulieferer weltweit und die Zollformalitäten. Dieses Konzept „Flex“ (für Finanzierung, Logistik, Export) bietet vor allem kleineren deutschen Exporteuren den Vorteil, dass sie sich nicht selbst um komplizierte Hermes-Deckungen bemühen müssen und auf diese Weise ihre Risiken begrenzen. Der Käufer hingegen profitiert von einem einzelnen Ansprechpartner.

Hannover-Messe 2997: Lincas Export Services GmbH, Halle 6, Stand J30/11

(ID:208326)