Intralogistik

Materialfluss lässt Kunden vor Glück schreien

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Die vier Optimus-Sorter können speziell bei der Batchbildung punkten, bei gleichzeitiger Berücksichtigung der richtigen Batchreihenfolge. „Dazu muss der Materialflussrechner die Waren der jeweiligen Batches zusammenhängend, rechtzeitig und vollständig an die Sorter andienen“, erklärt Fehrenbach. Das Besondere: Die Sorter selbst können jeweils vollständig oder auch nur einseitig genutzt werden. Die einseitige Nutzung im sogenannten „Splitmode“ bietet sich beispielsweise bei kleinen Accessoires an, speziell um den Durchsatz zu erhöhen. Im „Splitmode“ kann es somit vorkommen, wie oben bereits erwähnt, dass der Materialflussrechner bis zu acht Batches gleichzeitig bearbeitet. „Damit erreichen wir einen hohen Grad an Parallelisierung von Prozessen und Meldungen, sprich: Der Materialflussrechner ist in der Lage, im Bereich von Millisekunden etliche Entscheidungen zu treffen“, so Projektleiter Fehrenbach weiter.

Staus in der Intralogistik vorbeugen

Ähnlich wie im deutschen Zalando-Logistikzentrum in Lahr werden auch in Gryfino zwei der vier Hallen für die Kommissionierung verwendet. Dort übernimmt das System von TUP die Steuerung der Zu- und Abführstrecken mit Verteil- sowie Technik-Loop. In einer Technikebene werden Wannen über den Verteil-Loop in die Kommissionierzonen bewegt. Es werden Behälter zu den jeweils fünf Kommissionierbahnhöfen pro Ebene befördert und dann dort von den Mitarbeitern Artikel in die Behälter kommissioniert. Die Technik-Loops bedienen ebenfalls zwei bis drei Vertikalförderer. Insgesamt gibt es fünf Vertikalförderer, die, gesteuert vom „TUP.MFC“, dafür sorgen, dass Behälter verteilt werden. Dabei handelt es sich um parallele Heber mit zwei Lastenaufnahmemitteln für je zwei Wannen. So können pro Stunde Behälter im vierstelligen Bereich über die Ebenen verteilt und den Mitarbeitern zur Kommissionierung zur Verfügung gestellt werden. Zwei Wannenpuffer, bestehend aus zwei Modulen mit je 13 Shuttles pro Modul und den dazugehörigen Verteil- und Sammel-Behälterfördertechniken, trennen den Inbound- vom Outbound-Bereich. Damit wird Staus in den intralogistischen Abläufen vorgebeugt, Engpässe und Leerlauf werden vermieden sowie Waren für die Weiterleitung gesammelt.

Mehrsprachigkeit: Herausforderung der Internationalisierung

Das Fulfillment-Center nahe Stettin an der deutsch-polnischen Grenze ist der größte Logistikstandort von Zalando in Polen und beschäftigt jetzt schon 1000 Mitarbeiter. Weil die Belegschaft in der Grenzregion zwischen Polen und Deutschland international aufgestellt ist, wurden sämtliche intralogistischen Prozesse mehrsprachig realisiert. Die derzeit verfügbaren Sprachen sind Polnisch, Deutsch und Englisch. „Jeder Mitarbeiter kann online zwischen den im System verfügbaren Sprachen wechseln“, erläutert Stefan Fehrenbach. Dies ist auch ein Vorteil bei der Wartung des Systems.

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Fehrenbach weiter: „Der gleiche Dialog kann in verschiedenen Sprachen nebeneinander angezeigt werden. Dadurch kann unser Support einen Sachverhalt beispielsweise in Deutsch sehen, während der Techniker vor Ort ihn in seiner Muttersprache angezeigt bekommt. Das ermöglicht eine gute und schnelle Fehlerbehebung, auch im Remote-Modus.“ Die Übersetzungen selbst werden am Standort von Zalando gepflegt und können laut Fehrenbach, neben den drei erwähnten, unzählig viele andere Sprachen beschreiben. Damit ist sichergestellt, dass das polnische Fulfillment-Center in Zeiten des schnelllebigen und internationalen E-Commerce-Geschäfts jederzeit die Aufträge der Onlinekunden erfüllen kann. „TUP.MFC“ trägt maßgeblich dazu bei. ■

* Dipl.-Fachjournalist Markus Henkel ist Head of Content bei der Dr. Thomas + Partner GmbH & Co. KG in 76297 Stutensee, Tel. (07 21) 78 34-0, redaktion@tup.com

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