Ärmel hochkrempeln! Der neue ZF-Chef muss vier Probleme abstellen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Heute am 1. Oktober 2025 übernimmt Mathias Miedreich das Ruder beim strauchelnden Automobilzulieferer ZF. Auf ihn, heißt es, wartet nun eine Menge Arbeit ...

Seit heute hat ZF mit Mathias Miedreich einen neuen Entscheider. Doch der hat viel Arbeit vor sich, damit das Unternehmen aus Friedrichshafen wieder aus der Krise kommen kann ...(Bild:  ZF)
Seit heute hat ZF mit Mathias Miedreich einen neuen Entscheider. Doch der hat viel Arbeit vor sich, damit das Unternehmen aus Friedrichshafen wieder aus der Krise kommen kann ...
(Bild: ZF)

Die deutsche Autoindustrie und mit ihnen die Zulieferer stecken haben es derzeit schwer, was auch für ZF in Friedrichshafen gilt. Die rund 50.700 ZF-Beschäftigten in Deutschland machen sich deshalb Sorgen um ihre Arbeitsplätze. Alle Hoffnung liegt nun auf dem neuen Chef Mathias Miedreich, der die Probleme aus der Welt schaffen soll. Schauen wir uns mal an, womit er sich in der nächsten Zeit herumplagen muss ...

1. Die Krise in der Automobilindustrie

Die Produktion von Autos und leichten Nutzfahrzeugen ist weltweit seit 2018 um 30 Prozent gesunken, wie ZF anmerkt. Wie die Marktbegleiter Bosch, Continental und Schaeffler leiden deshalb auch die Friedrichshafener unter ausbleibenden Aufträgen der Hersteller und unter den hohen Kosten für den Weg in die Elektromobilität. Wenn es den drei größten Kunden des Unternehmens, die Volkswagen, BMW und Stellantis heißen, aber nicht gut geht, bekommt es eben auch ZF zu spüren. Das Unternehmen bietet übrigens Automatik- und Schaltgetriebe sowie Lenksysteme, Antriebe, Bremsen und Sicherheitstechnik.

2. Das ZF-Sorgenkind Antriebstechnik

Ein, wie man sich ausdrückt, Knackpunkt in der Neuausrichtung des Konzerns ist die Antriebstechnik, intern „Division E“ genannt. Sie gilt in Teilen nämlich als nicht gerade wettbewerbsfähig. Der Bereich, zu dem nicht nur elektrische, sondern auch hybride Antriebe und Verbrennertechnik gehören, leide besonders unter dem verzögerten Anlauf der E-Mobilität, sowie unter hohen Kosten und geringen Margen im traditionellen Getriebegeschäft. Weltweit ist in dieser ZF-Division etwa jeder fünfte Beschäftigte tätig. Und 2024 wurde hier knapp ein Viertel des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Zuletzt gab es Überlegungen zu einem Verkauf des Bereichs, oder dass sich ein Partner in Zukunft darum kümmern sollte. Es heißt dazu, dass erst ein Umbau die Voraussetzung für eine mögliche Partnersuche schafft. Dagegen richtete sich aber im Juli ein Protesttag, an dem über 10.000 Personen beteiligt waren. Und die IG Metall warnte mit dem markigen Satz, dass ZF quasi nicht das Herz herausgerissen werden darf.

3. Ein Schuldenberg in Milliardenhöhe

ZF war in den vergangenen Jahren auch sozusagen auf Einkaufstour. Und die hat nicht zuletzt auch eine Menge Geld gekostet. Insbesondere der Kauf des Automobilzulieferers TRW und der des Bremsenspezialisten Wabco müssen deshalb erst verarbeitet werden, heißt es. Die Nettoverbindlichkeiten betrugen Ende Juni nicht weniger als rund 10,5 Milliarden Euro. In Zeiten der Niedrigzinsphase war die Finanzierung zwar noch relativ günstig, doch aktuell muss ZF nach Angaben eines Sprechers im Schnitt 4,5 Prozent Zinsen zahlen. Es geht also um Hunderte Millionen Euro. Das sei natürlich Geld, das an anderer Stelle fehle und deshalb nicht in Zukunftsprodukte investiert werden könne.

4. Anhaltender Ärger mit dem ZF-Betriebsrat

Der Betriebsrat forderte einen Kurswechsel! Alle Sanierungsversuche, heißt es von diesem, sind bisher nicht erfolgreich gewesen. Man steht nicht besser da, sondern sogar schlechter, so der ZF-Gesamtbetriebsratschef Achim Dietrich. Viele Beschäftigte akzeptieren derzeit keine Mehrarbeit, weil es massive Eingriffe in ihre Löhne gibt, was selbst für die Führungskräfte gilt, wie es weiter heißt. Die Betroffenen haben Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, und sind deshalb nicht bereit, Überstunden zu leisten. Aktuell sprechen übrigens das Management und er Betriebsrat über die Neuausrichtung der ZF-Antriebssparte. Ergebnisse könnten schon bald verkündet werden.

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