Supply Chain Management
Mit variablen Lieferketten gegen das Zollchaos

Ein Gastbeitrag von Simon Bowes* 4 min Lesedauer

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KI-gestützte Planungstools können hohe Zölle zwar nicht verhindern, aber ihre negativen Auswirkungen minimieren. Besonders Automotive und Pharma profitieren von flexiblen Lieferkettenstrategien und intelligenter Szenario-Planung.

US-Zölle setzen globale Lieferketten unter Druck. KI-gestützte Planungstools helfen Unternehmen, flexibel auf Handelsunsicherheiten zu reagieren.(Bild: ©  enanuchit - stock.adobe.com)
US-Zölle setzen globale Lieferketten unter Druck. KI-gestützte Planungstools helfen Unternehmen, flexibel auf Handelsunsicherheiten zu reagieren.
(Bild: © enanuchit - stock.adobe.com)

Zölle rauf, Zölle runter, Zölle verschoben. Dann die Einigung auf 15 Prozent, aber nur wenn Deutschland genügend in den USA investiert. Der Zickzackkurs der US-Regierung erhöht die Kosten. Zudem droht er, etablierte Lieferketten abreißen zu lassen und macht längerfristige strategische Planungen beinahe unmöglich. Unternehmen, die auch weiterhin wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen sich entweder international neu aufstellen oder sich an die Bedingungen anpassen. Mit einem variablen Lieferkettenmanagement und flexiblen cloudbasierten Planungstools ist das möglich.

Nach Jahrzehnten des Freihandels, die geprägt waren vom Abbau globaler Handelsbarrieren, feiern Handelszölle aktuell ein „Comeback“. Die schwer kalkulierbaren Zollerhöhungen durch die USA treiben insbesondere in Schlüsselindustrien wie Stahl, Automotive oder Pharma die Kosten in die Höhe. Stabile, länderübergreifende Allianzen und Partnerschaften werden für Unternehmen deutlich schwieriger. Das trifft Branchen, die wirtschaftlich stark mit anderen Bereichen verflochten sind, wie die global agierende Halbleiterindustrie, die stark auf Taiwans Expertise in der Fertigung angewiesen ist. Ähnliches gilt auch für die deutsche Automobilindustrie, deren Exportstärke Deutschland zu einem wichtigen Akteur im internationalen Handel macht. Aber auch andere Branchen wie der Schiffs- und Flugzeugbau sowie die Herstellung von Spezialgütern wie medizinische Geräte oder Musikinstrumente sind laut einer aktuellen Studie der DZ Bank betroffen. Angaben des Instituts für deutsche Wirtschaft (IW) in Köln zufolge könnte allein ein US-Importzoll von zehn bis zwanzig Prozent die deutsche Wirtschaft in den kommenden Jahren zwischen 127 und 180 Milliarden Euro kosten.