Zollner Elektronik Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource

Redakteur: Claudia Mallok

Aktives Wissensmanagement ist eine der zentralen unternehmerischen Aufgaben, denn das wichtigste Kapital eines Unternehmens sind seine klugen Köpfe. Es kommt darauf an, das richtige

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Aktives Wissensmanagement ist eine der zentralen unternehmerischen Aufgaben, denn das wichtigste Kapital eines Unternehmens sind seine klugen Köpfe. Es kommt darauf an, das richtige Wissen zur richtigen Zeit am richtigen Ort und bei den richtigen Mitarbeitern zu haben. Was zählt, sind Ideen, echte Innovationen, Kreativität und Motivation.

Dies zur Maxime eigenen Handelns erklärt zu haben, gilt als einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg der Unternehmensgruppe Zollner. Dr. Stephan Weyhe, Geschäftsführer des Fachverbandes FED e.V. befragte Manfred Huber, Ausbildungsleiter der Zollner Elektronik AG.

Herr Huber, aktives Wissensmanagement setzt eine intakte Wissensbasis voraus, d.h. es müssen alles Wissen und alle Fähigkeiten bekannt sein, die das Unternehmen zur Lösung seiner Aufgaben benötigt. Wie gehen Sie bei der Festlegung dieser Basis vor?

Für diese Basis haben wir in unserem Unternehmen Anforderungsprofile erstellt, die die benötigten Fähigkeiten der jeweiligen Arbeitsposition beschreiben. Um in Zukunft die Anforderungen an unsere Mitarbeiter noch besser darstellen zu können, arbeiten wir mit Kompetenzmodellen für alle Positionen im Unternehmen. In diesem Kompetenzmodell wird dann gezielt das für die jeweilige Arbeitssituation benötigte Wissens-kapital definiert.

Mit welcher Methodik nehmen Sie die Zuweisung des vorhandenen Humankapitals auf diese Wissensbasis vor?

Mit Hilfe der Kompetenzmodelle können wir die Qualifikationen unserer Mitarbeiter mit den Anforderungen der jeweiligen Stelle abgleichen. Entsprechende Defizite werden sichtbar und können gezielt ausgeglichen werden.

Einen wichtigen Beitrag zum strategischen Einsatz des Wissensmanagements leisten Informationssysteme, die Mitarbeiter vernetzen und Informationen bereitstellen und archivieren. Können Sie uns etwas darüber sagen, welche Plattform Zollner dafür nutzt?

Alles an Wissenskapital, das durch Seminare, Kunden- und Lieferantenkontakte usw. in die Firma eingebracht wird, erfassen wir in einer Datenbank, die über das Intranet allen Mitarbeitern zur Verfügung gestellt wird. Hierbei findet der Wissensaustausch sowohl Top-down als auch Bottom-up statt.

Gibt es in Ihrem Hause eine Personalentwicklungsstrategie, die ggf. den einzelnen Mitarbeiter in jeder Phase mit in seine Entwicklung einbezieht?

Unsere Personalentwicklungsstrategie verfolgt drei Ziele:

1. Den personellen Bedarf an Fach- und Führungskräften decken und den bestmöglichen Einsatz der Mitarbeiter durch die Vermittlung entsprechender Qualifikationen sicherstellen.

2. Die Zufriedenheit und das unternehmerische Denken und Handeln der Mitarbeiter durch verbesserte Abstimmung der persönlichen und betrieblichen Ziele und Perspektiven fördern.3. Die Sicherung des Unternehmens und seiner Wettbewerbs-fähigkeit durch Anpassung der Qualifikation der Mitarbeiter an interne und externe Veränderungen und künftige Herausforderungen unterstützen.

Eine wesentliche Bedeutung kommt der Wissenserfassung und –verarbeitung zu. Bitte skizzieren Sie uns, welcher Mittel sich Ihr Unternehmen dabei bedient.

Wir arbeiten mit externen Trainern zusammen, vor allem im Bereich der Führungskräfteseminare oder wenn es um spezifische Themen geht, für die kein interner Dozent zur Verfügung steht. Einen großen Teil der durchgeführten Schulungen können wir aber durch interne Schulungen oder durch ein Training on-the-job abdecken. Zum Beispiel werden neue Mitarbeiter aus dem Produktionsbereich im hauseigenen Lötkompetenzzentrum in die verschiedene Löttechniken eingewiesen und auf die „Abnahmekriterien für elektronische Baugruppen (IPC Norm – A-610D)“ hin geschult.

Erfreulicherweise nehmen Mitarbeiter Ihres Hauses auch häufig Aus- und Weiterbildungsangebote unseres Verbandes in Anspruch. Was schätzen Sie besonders an dem Angebot des FED?

Das FED mit seinen Schulungsangeboten ist für unser Unternehmen ein wichtiger Partner in der Fort- und Weiterbildung. Die IPC-Schulung zum Certified Interconnect Designer (CID) und darauf aufbauenden Schulungen sind für uns ein wichtiger Baustein für den Ausbau des Wissenskapitals. Besonders schätzen wir auch die kompetente und schnelle Beratung bei technischen Fragen vom FED. Für unser Unternehmen stellt die Verbandsarbeit eine Bereicherung dar, weil durch das enorme Fachwissen der Trainer auch viel Wissen auf unsere Mitarbeiter übertragen wird.

Gibt es aus Ihrer Sicht Punkte, mit denen externe Anbieter Ihre Attraktivität für Sie spürbar verbessern könnten?

Wichtig für uns ist gerade auch bei externen Seminaren der Bezug zu unserem Unternehmen. Des Weiteren soll bei jedem Seminar neben der theoretischen Wissensvermittlung auch ein Praxisbezug hergestellt werden. Dazu ist es in der Regel notwendig, die genauen Seminarinhalte im Vorfeld abzustimmen und an Zollner-spezifische Prozesse anzupassen.

In welchem Ausmaß beteiligt sich Zollner an der Ausbildung junger Menschen und in welchen Ausbildungsberufen?

Die Ausbildung hatte in unserem Haus schon immer einen sehr hohen Stellenwert. Wir bilden alle Berufe aus, bei denen in unserem Unternehmen Bedarf besteht. Aktuell bieten wir 16 verschiedene Ausbildungsberufe an, wobei der Elektroniker für Geräte und Systeme mit ca. 45 Auszubildenden pro Jahr unser stärkster Ausbildungsberuf ist. Insgesamt 80 Jugendliche haben 2006 mit einer Ausbildung bei Zollner Elektronik gestartet. In der Ausbildung haben wir derzeit ca. 230 junge Menschen.

Welche Aussichten haben die Auszubildenden bei entsprechender Qualifikation in Ihrem Hause dauerhaft beschäftigt zu werden?

Wir bilden bedarfsgerecht aus, d.h. allen jungen Mitarbeitern, die ihre Ausbildung bei uns erfolgreich beenden, können wir auch eine Stelle als Facharbeiter anbieten. In vielen Fällen können wir ihnen sogar den Arbeitsplatz in ihrer Wunschabteilung ermöglichen, was erheblich zur guten Motivation unserer Auszubildenden beiträgt. Wir können stolz auf unsere jungen Facharbeiter sein!

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