Leicht stabil Deutscher Maschinenbau startet verhalten ins Jahr

Quelle: VDMA 3 min Lesedauer

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Im ersten Quartal 2025 lagen die Ausfuhren des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus bei 48,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind das -3,6 Prozent, wie der VDMA informiert.

Dr. Johannes Gernandt, Chefvolkswirt des VDMA, zum Start der Maschinen- und Anlagenbaubranche ins neue Jahr: „Das Ergebnis vom März lässt hoffen, dass sich der Abwärtstrend etwas abschwächt – von Entwarnung kann aber keine Rede sein!“(Bild:  Sarah Kastner Fotografie)
Dr. Johannes Gernandt, Chefvolkswirt des VDMA, zum Start der Maschinen- und Anlagenbaubranche ins neue Jahr: „Das Ergebnis vom März lässt hoffen, dass sich der Abwärtstrend etwas abschwächt – von Entwarnung kann aber keine Rede sein!“
(Bild: Sarah Kastner Fotografie)

Real betrug der Rückgang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau sogar 5,4 Prozent, wie der Verband anmerkt. Immerhin zeigte der März einen leichten Aufwärtstrend. Denn mit einem Exportvolumen von 17,9 Milliarden Euro wurde das Vorjahresniveau nominal um 1,3 Prozent übertroffen. Das sei seit dem Sommer 2024 der erste, wenn auch noch blasse, Lichtblick in Sachen Außenhandel. Preisbereinigt blieb die Entwicklung dennoch mit einem Rückgang von 0,4 Prozent leicht negativ. „Der März lässt hoffen, dass sich der Abwärtstrend etwas abschwächt – von Entwarnung kann aber keine Rede sein“, macht Dr. Johannes Gernandt, Chefvolkswirt des VDMA, dabei klar. Die Schwäche des chinesischen Markts sowie in den EU-Partnerländern blieben eben gravierende Hemmnisse.

Es rücken neue Märkte ins Rampenlicht

Die Exporte in die EU-27 sanken, wie es weiter heißt, im ersten Quartal um 5,6 Prozent. Den stärksten Rückgang erlitt hier Frankreich (-14,6 Prozent). Auch das übrige Europa entwickelte sich aber überwiegend negativ. Die Lieferungen nach Nordamerika etwa gingen um 3,9 Prozent zurück. Insbesondere die USA – größter Einzelmarkt – rutschen in ein Minus von 4,4 Prozent. In Ostasien setzte sich die Schwäche fort. Vor allem, wie gesagt, die Exporte nach China erlebten einen Rückgang um 12,2 Prozent. Positiv entwickelten sich hingegen die Ausfuhren in mehrere Schwellenregionen. Im Nahen und Mittleren Osten legten sie nämlich um 13,4 Prozent zu. Nach Südostasien um 5,3 Prozent. Und auch die Exporte nach Afrika, Zentral- und Südasien sowie nach Lateinamerika wuchsen spürbar. Der VDMA registriert deshalb eine zunehmende Relevanz von Märkten, die bisher nicht so stark im Fokus standen. „Diese Entwicklung ist eine Chance! Aber sie braucht gezielte politische Flankierung. Etwa durch neue Handelsabkommen sowie mehr Unterstützung bei Finanzierung und Marktzugang“, so Dr. Gernandt.

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Handelsbarrieren gibt es ausgerechnet jetzt

Die von der US-Regierung Anfang April angekündigten pauschalen Importzölle von 10 Prozent auf nahezu alle Warengruppen – darunter auch Maschinenbauprodukte – sorgten für zusätzliche Unsicherheit im Außenhandel. Für Importe aus der EU wurde sogar ein erhöhter Satz von 20 Prozent angedroht, der allerdings zunächst für 90 Tage ausgesetzt wurde. In den Exportzahlen des ersten Quartals schlagen sich diese Maßnahmen auch noch nicht nieder, wie die Experten anmerken. Der VDMA sieht jedoch die Gefahr, dass sich die neue Zollpolitik – und vor allem die damit steigende Unsicherheit – in den kommenden Monaten negativ auf die Maschinenlieferungen in die USA auswirken könnte. Gernandt: „Die USA sind unser größter Einzelmarkt. Neue Handelsbarrieren kommen zur Unzeit. Und der Maschinenbau braucht offene Märkte, keine politischen Störfeuer.“

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