Die passende Technologie kann viel dazu beitragen, die Lieferketten auf Herz und Nieren zu prüfen und Unternehmen auf unvorhergesehene Störungen vorzubereiten. Beim Supplier Relations Management, der Lieferkettenplanung und Machbarkeitsstudien reduziert das das Risiko von Störungen.
Blick auf das Gebäude in Katowice, wo auch das Supply Chain Center of Excellence von Genpact zu Hause ist. Hier gestalten die Experten Geschäftsabläufe mit künstlicher Intelligenz neu und wenden dazu auch Data Analytics an. Auch die Prozessautomatisierung gehört dazu.
(Bild: Kato)
Aktuelle Herausforderungen wie die Coronapandemie, geopolitische Spannungen, der Fachkräftemangel, die Inflation und die Energiekrise, aber auch zusätzliche regulatorische Vorschriften haben Unternehmen dazu gebracht, bisher bestehende Strukturen beim Supplier Relations Management zu überdenken. Nicht mehr zeitgemäß sind beispielsweise jährliche „Request for Proposal“-Ausschreibungszyklen und das Management mittels transaktionaler Beschaffungsprozesse. Stattdessen ist es heute umso wichtiger, einen tieferen Einblick in die Leistung des Lieferanten zu werfen.
Lieferketten müssen deshalb regelmäßig in Bezug auf mögliche Erweiterungen des Lieferantenkreises und die Gestaltung des Gesamtnetzwerkes neu evaluiert werden. Dadurch können sie langfristig stabilisiert und sicher gehalten werden. Eine über mehrere Ebenen von Zulieferern vernetzte digitale Planungslösung kann Einblicke gewähren. Außerdem spielt auch das Monitoring potenzieller Risiken eine wichtige Rolle. Mithilfe dieser genannten Faktoren kann die für agile Prozesse notwendige Transparenz erreicht werden.
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Mehr Transparenz heißt das Zauberwort
Obwohl 50 bis 90 Prozent der Risiken in der Supply Chain von Tier-3-Lieferanten ausgehen, haben Unternehmen nur zu 5 Prozent Einblick in deren Lieferkette. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, welchen Stellenwert Transparenz als Einflussfaktor auf die Supply Chain hat. Die regelmäßige Sammlung, Auswertung und Sicherung von relevanten Daten mithilfe der passenden Technologie soll hier Abhilfe schaffen. Bei ESG-Berichten, behördlichen Sanktionen oder kundenspezifischen und gesetzlichen Anforderungen, wie beispielsweise dem Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz, ist die angestrebte Transparenz nicht zuletzt ein wesentliches Hilfsmittel.
Eine weitere Chance ergibt sich auch für das Kostenmanagement: So können Waren, Rohmaterial und Transportlogistik vom Unternehmen selbst günstiger beschafft werden, als es kleine Lieferanten aus eigener Kraft schaffen. Ein verbesserter Einblick in Tier 3 und tiefer offenbart Spar- und Verbesserungspotenziale. Gemeinsam können dann Kosten gesenkt werden.
Besseres Monitoring und die deswegen gesteigerte Transparenz ermöglichen zudem eine enge Abstimmung über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Dadurch können Unternehmen schneller und besser auf Störungen reagieren und diese dem Kunden kommunizieren. Und auch das Risiko von Verlusten bei Inventar, Abschreibungen und Produktionsunterbrechungen wird gemindert.
Verbesserte Planung ist nötig
Ähnlich verhält es sich bei der Lieferkettenplanung. Denn immer mehr Unternehmen sind durch den Einsatz von Technologien wie Edge Computing oder dem Rückgriff auf ein 5G-Netz in der Lage, Planungsprozesse in Echtzeit auszuführen. Dadurch werden die Effizienz und die Reaktionsfähigkeit der Lieferketten gesteigert und Unsicherheiten minimiert. Mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) und Data Analytics können zum Beispiel Abweichungen bei der Angebots- und Nachfrageerfassung sehr früh erkannt werden. Mögliche finanzielle und betriebliche Schäden werden dadurch verringert. Frühzeitig Bescheid zu wissen, verschiedene Lösungsstrategien eines Szenarios planen zu können und dann mit einer funktionsübergreifenden Balanced Scorecard abzugleichen, ist dabei der Schlüssel, um Wettbewerbsvorteile zu erschließen.
In den letzten beiden Jahren haben auch immer mehr Unternehmen die Lieferkettenplanung in Bezug auf die Zulieferer (upstream) und die Kunden (downstream) ausgeweitet. So werden die Zusammenarbeit mit den Kunden und die Nachfrageentwicklung nun bereits beim Produktionszyklus berücksichtigt. Gleiches passiert auch bei der Distribution. Doch hier wird der Lieferantenstamm bei der Planung beachtet.
So entsteht ein gestärktes Netzwerk zwischen Kunden und Lieferanten, das es ermöglicht, besser zu koordinieren sowie zielgerichteter zu beschaffen und zu planen. Gleichzeitig lastet eine übergreifende Planung die Lieferkette besser aus. Lieferanten können freie Kapazitäten sichtbar machen, die dadurch während des gesamten Planungsprozesses berücksichtigt werden können.
Auch wesentlich ist eine gute Vernetzung zwischen „Supply Chain“-Planung und -Ausführung. Das gesamte Team muss wissen, dass der Plan klappt und jede Änderung in der Ausführung sich dort konkret widerspiegelt. Ein gute technische Infrastruktur und entsprechend geringe Latenzwerte bei der Übermittlung können dazu beitragen. Gibt es aber keine Angleichung zwischen Plan und Ausführung, können Pläne leicht in Zweifel gezogen werden und mehrere Single Sources of Truth (SSOT) entstehen. Hingegen genießt ein Unternehmen, dessen Supply Chain konsequent einer Strategie folgt statt sich widersprechenden Plänen, mehr Erfolg.
Simulation geht vor Aktion
Besonders in Zeiten der Ungewissheit wird deutlich: Man liegt immer falsch! Um dem entgegenzuwirken und gleichzeitig eine umsichtige und effiziente Verwaltung von Unternehmensressourcen sicherzustellen, sollten Unternehmen sich Simulationstools als Hilfsmittel zunutze machen. Ebenso wichtig ist dabei die Datenanalyse von aktuellen, verknüpften und möglichst spezifischen Daten, durch welche die Geschwindigkeit bei der Entscheidungsfindung und das Vertrauen in Letztere erhöht werden. Das setzt allerdings voraus, dass Unternehmen ein entsprechendes Planungs- und Ausführungsmodell auch einsetzen. Sowohl interne Teams als auch externe Partner in der Wertschöpfungskette, wie Third Party Logistics Provider (3PLs), Vertragshersteller (CMOs), Lieferanten, Distributoren, Einzelhändler und Kunden, müssen berücksichtigt werden.
Stand: 08.12.2025
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Für eine erfolgreiche Lieferkette ist in Anbetracht der globalen Herausforderungen auch die Fähigkeit zur proaktiven Simulation und Szenarioplanung wesentlich. Unternehmen sollten deshalb in der Lage sein, dynamisch Veränderungen zu simulieren. Das Risiko, das beispielsweise durch den kurzfristigen Ausfall von Lieferanten oder die Verzögerung von eingehenden Materialien droht, wird durch diese Vorbereitung reduziert. Im Ernstfall können Unternehmen schließlich auf die simulierten Playbooks zurückgreifen und sofort handeln, wenn es zu einer Störung kommt. Gleichzeitig sind sie auch besser auf die Einführung neuer Vorschriften, ESG-Standards oder Handelszölle vorbereitet.
Der so geartete Einsatz von digitalen Möglichkeiten im Supply Chain Management (SCM) klappt allerdings nur gut, wenn das dafür vorgesehene Budget entsprechend hoch gehalten wird. Die Kosten mögen groß sein – die sich bietenden Chancen aber auch. Durch die Integrationsmöglichkeit auf Basis der Cloud werden dann zum Beispiel die technischen Hürden für schnelle und günstige Methoden heute immer niedriger. Gleichzeitig steigen aber auch die Anforderungen an geeignetes SCM-Personal in den diversen Fachabteilungen. Für den optimalen Einsatz von digitalen Tools ist vonseiten der Mitarbeiter also ein gewisses Know-how nötig. Vor diesem Hintergrund – und wenn man bedenkt, welchen Einfluss die Lieferkette für den Erfolg eines Unternehmens hat – sollte in diesem Bereich nicht zu viel gespart werden.
Lösungsmöglichkeiten im Überblick:
1. Supplier Relations Management (SRM): Agile Prozesse benötigen vor allem Transparenz. Diese kann etwa durch eine regelmäßige Evaluation der Lieferketten und Leistung der Lieferanten, eine Risikoüberwachung und den Einsatz von digitalen Planungen, die über mehrere Ebenen hinweg die verschiedenen Zulieferer vernetzt, erreicht werden. Das Monitoring als Basis sorgt für die Sammlung und Auswertung der relevanten Daten. Sehr wichtig ist das auch mit Blick auf ESG-Berichte, behördliche Sanktionen oder gesetzliche und kundenspezifische Anforderungen. Denn das neue Lieferkettensorgfalts-Gesetz fällt etwa darunter. Auch schafft die enge Vernetzung über die gesamte Wertschöpfungskette, einen besseren Überblick über die Produktverfügbarkeit, reduziert Verluste bei Inventar oder verhindert Produktionsunterbrechungen.
2. Lieferkettenplanung: Durch den Einsatz von Edge Computing oder den Rückgriff auf ein 5G-Netz, holt man sich die Vorteile der Gleichzeitigkeit in die Planungsprozesse. KI und Data Analytics können bei Angebots- und Nachfrageerfassung früh Störungen erkennen, was Schäden verringert. Früher Bescheid zu wissen, um Lösungsstrategien eines Szenarios zu planen und dann den Unterschied zu einer funktionsübergreifenden Balanced Scorecard zu verstehen, ist der Schlüssel zum Wettbewerbsvorteil. Auch ist eine gute Vernetzung zwischen „Supply Chain“-Planung und -Ausführung nötig. Änderungen in der Ausführung müssen sich technisch im Plan zeigen lassen. Ist dies nicht der Fall, kommen Zweifel auf.
3. Machbarkeitsstudien:Unternehmen sollten sich Simulation als Tool zunutze machen, um einerseits die Effizienz zu steigern und andererseits auf unvorhersehbare Situationen vorbereitet zu sein. Für eine erfolgreiche Lieferkette ist in Anbetracht der globalen Herausforderungen die Fähigkeit zur proaktiven Simulation und Szenarioplanung wesentlich. Unternehmen sollten beispielsweise in der Lage sein, dynamisch Änderungen zu simulieren – von logistischen Einschränkungen angefangen, unterschiedliche Nachfragesignale und das damit verbundene Lieferrisiko bei tatsächlicher Nachfrage, den Ausfall von Lieferanten, Verzögerung von eingehenden Materialien bis hin zur Einführung neuer Vorschriften, ESG-Standards oder Handelszölle. (bm)