Kommt der Handelskrieg? So will die EU auf Aluminium- und Stahlzölle reagieren

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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US-Präsident Donald Trump hat trotz der Warnungen der EU die Importzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte einführen lassen. Die Antwort auf Brüssel folgt prompt ...

Als Reaktion auf die heute in Kraft getretenen US-Zölle auf Aluminium und Stahl, reagiert die EU nun ihrerseits mit Extrazöllen auf Produkte aus den USA. Experten sehen eine sich drehende Spirale, die zu einem Handelskrieg führen könnte.(Bild:  Stratterman)
Als Reaktion auf die heute in Kraft getretenen US-Zölle auf Aluminium und Stahl, reagiert die EU nun ihrerseits mit Extrazöllen auf Produkte aus den USA. Experten sehen eine sich drehende Spirale, die zu einem Handelskrieg führen könnte.
(Bild: Stratterman)

Um 5.01 Uhr deutscher Zeit ließ Trump neue Zölle in Höhe von 25 Prozent auf die Einfuhr von Stahl und Aluminiumprodukten in die USA in Kraft treten. Kaum eine Stunde später kündigte die EU Gegenmaßnahmen an. Demnach werden vom 1. April an wieder Extrazölle auf die Einfuhr amerikanischer Produkte wie Bourbon-Whiskey, Videospielkonsolen, Boote und Erdnussbutter fällig. Der Zollsatz soll zum Teil bei 50 Prozent liegen, was zum Beispiel für Motorräder, wie sie der bekannte Hersteller Harley-Davidson in den USA baut, betreffe. Die Pläne der für die EU-Handelspolitik zuständigen Europäischen Kommission sehen auch noch vor, ab Mitte April in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten noch viele weitere Importe mit Gegenzöllen zu belegen. Diese sollen Unternehmen treffen, die amerikanische Agrarprodukte (Geflügel, Rindfleisch, bestimmte Meeresfrüchte, Nüsse, Eier, Milchprodukte, Zucker und Gemüse) in die EU verkaufen. Zusätzlich soll es auch Extrazölle auf weitere Industrieprodukte wie Textilien, Lederwaren, Haushaltsgeräte, Werkzeuge, Kunststoffe und Holzprodukte geben. Der Zollsatz dafür könnte bei 25 Prozent angesetzt werden. Die Frage ist allerdings, wie sehr diese Zölle die USA treffen werden, denn die eingeführten Produkte spielen laut Aussage von Insidern eine eher untergeordnete Rolle.

Es liegt nun bei Trump, ob es zum Handelskrieg kommt

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen befürchtet nun erhebliche Gefahren. Konkret prognostiziert sie steigende Preise, Probleme in Lieferketten und das Risiko von Jobverlusten. Denn Zölle sind nichts anderes als Steuern. Sie sind schlecht für Unternehmen und noch schlechter für die Verbraucher. Ökonomen teilen diese Sicht übrigens. Die durch die Zölle entstehende Unsicherheit wirke sich außerdem negativ auf die Investitionen von Unternehmen und die Wirtschaft im Allgemeinen aus. Das gefährde Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Atlantiks. Ob nun der große Handelskrieg ausbricht, hängt wohl vor allem von Donald Trump ab. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank in Liechtenstein, sieht aber die Gefahr einer Eskalationsspirale. Denn im Gegensatz zum Handelskonflikt zwischen EU und USA in Trumps erster Amtszeit könnten die US-Strafmaßnahmen diesmal nur der Auftakt weiterer Zölle sein: „Ein globaler Handelskrieg nimmt also langsam Fahrt auf“, so der Experte. Trump hat auch bereits angekündigt, auf Autos und andere Waren aus der EU neue Zölle verhängen zu wollen. Und als Folge von erhöhten US-Zöllen gegen China könnten Waren aus Fernost verstärkt nach Europa strömen. Zu befürchten sei deshalb ein Negativsummenspiel, bei dem alle verlieren würden.

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