Handhabung

Transportsystem sorgt für flexible Montage von Schaltwählzügen

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Während der Planungs- und Evaluierungsphase kam man mit den Materialfluss-Spezialisten der Stein Automation GmbH & Co. KG in Kontakt und die Wahl fiel auf das modulare Werkstückträger-Transportsystem Stein 300 mit Traglasten bis 25 kg. Die Realisierung der neuen Schaltwählzüge-Montageanlage entpuppte sich als klassisches SE-Projekt, das sich aufgrund von parallel zum Anlagenaufbau laufenden Produktentwicklungen und -änderungen sowie Kapazitätsanpassungen am Ende über einen Zeitraum von über 20 Monaten hinzog.

Montageanlage als Umlaufsystem konzipiert

In enger Zusammenarbeit mit dem Betriebsmittelbau von Küster ACS und der Anwendungstechnik von Stein entstand ein Linear-Werkstückträger-Transportsystem für 24 Werkstückträger der Größe 400 mm × 1300 mm. Die Anlage wurde als Umlaufsystem mit oben (für die Montage- und Prüfoperationen) und unten (für den Leerrücklauf) verlaufenden Werkstückträger-Förderstrecken konzipiert. Die einzelnen Module des Transfersystems sind so aufgebaut, dass sie mit unterschiedlichen Prozessstationen kombiniert und verschiedene Zuführeinrichtungen angedockt werden können. Die Anlage besteht sowohl aus standardisierten Band- als auch aus Liftmodulen am Anfang der Transferstrecke. Jeder der 24 Werkstückträger verfügt über einen Codeträger, der in jeder Prozessstation gelesen wird. Dadurch ist es möglich, die Werkstückträger gemäß Auftrag und Ausrüstungsvariante den richtigen Prozessstationen zuzuführen.

Der Lieferumfang umfasste auch die Logistiksteuerung und die Software WT-Swin, womit Küster ACS aus einer Hand ein komplettes Materialflusssystem erhielt. Der Montageprozess gestaltet sich für die Anlagenbediener nun vergleichsweise einfach und ist ohne große körperliche Anstrengungen zu bewältigen. Der Bediener legt am Anfang auf den vom Trägertransportsystem bereitgestellten Werkstückträger den je nach Varianten benötigten vorkonfektionierten Flexschlauch und weitere typenspezifische Bauteile. Die Werkstückträger weisen entsprechend multifunktionale Aufnahmen auf, sodass sie bei einem Typenwechsel nicht ausgetauscht und auch nicht umgerüstet werden müssen.

Es werden zehn verschiedene Schaltwählzug-Varianten montiert

Da sich die automatisierten Prozessstationen selbsttätig auf den jeweils zu montierenden Schaltwählzug einstellen, gehen auch die Umrüstungen automatisch vonstatten. Die Anlagenaufsicht muss lediglich die Bunker für die angedockten automatischen Zuführsysteme füllen und dafür Sorge tragen, dass die für gut befundenen Baugruppen abgenommen und verpackt sowie die für n. i. O. erkannten und deswegen automatisch ausgeschleusten Baugruppen dem Reparaturkreislauf zugeleitet werden.

Küster ACS montiert heute auf der Anlage zehn verschiedene Schaltwählzug-Varianten in Produktionschargen von 3000 bis 5000 Stück. Das dafür erforderliche häufige Umrüsten geht ohne Probleme und mit nur kurzem Anlagenstillstand vonstatten. Die Produktivität wurde stark erhöht und es werden in einer Schicht 950 Baugruppen gefertigt. Für den Betrieb der Anlage sorgen nur ein bis zwei Werker. Die Taktzeiten liegen bei etwa 15 s pro Baugruppe. Zusammen mit dem für Stückzahlerhöhungen offenen Materialflusssystem gibt es noch Kapazitätsreserven und im Bedarfsfall kann schnell auf Kundenwünsche reagiert werden.

* Oliver Mauch ist Geschäftsführer der Stein Automation GmbH & Co. KG in 78054 Villingen-Schwenningen

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