Nachbesserungsbedarf Zulieferer ZF hat das Sparziel erreicht, doch es reicht einfach nicht

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Holger Klein, der Chef des kriselnden Autozulieferers ZF aus Friedrichshafen, muss trotz erreichter Planziele fürs Einsparen zugeben, dass man noch zu kurz geworfen hat ...

Nur Anfangserfolge! Die ZF-Entscheider können zwar jetzt bestätigen, dass erste Ziele in puncto Sparmaßnahmen erreicht wurden, doch, so heißt es, muss man dieselben noch ausweiten ...(Bild:  ZF)
Nur Anfangserfolge! Die ZF-Entscheider können zwar jetzt bestätigen, dass erste Ziele in puncto Sparmaßnahmen erreicht wurden, doch, so heißt es, muss man dieselben noch ausweiten ...
(Bild: ZF)

ZF hatte im ersten Halbjahr einen Verlust von 195 Millionen Euro verzeichnet. Die Nettoverbindlichkeiten beliefen sich Ende Juni auf rund 10,5 Milliarden Euro. Die Schulden haben ihren Ursprung vor allem im Erwerb des Autozulieferers TRW und des Bremsenspezialisten Wabco. ZF hatte 2023 ein erstes Einsparziel von sechs Milliarden Euro für die Jahre 2024 und 2025 angekündigt. Holger Klein zum aktuellen Stand von ZF: „Wir sind bei rund 5,8 Milliarden, die wir erreicht haben. Wir werden jetzt die Lücke zum Ende des Jahres noch schließen. Aber wir sehen eindeutig, dass das nicht ausreicht!“. Eine Summe für ein neues Sparziel nannte der Manager aber nicht. Aktuell sprechen Management und Betriebsrat über die Neuausrichtung der Sparte für Antriebe, intern „Division E“ genannt. Klein glaubt dabei, dass allen Beteiligten klar ist, dass diese ZF-Sektion sich in der Mitte eines perfekten Sturms befindet. Sie sei demnach in Teilen nicht wettbewerbsfähig. Der Bereich umfasst das Geschäft mit Getrieben für alle Antriebsarten. Er leide besonders unter dem verzögerten Anlauf der E-Mobilität sowie unter hohen Kosten und geringen Margen im traditionellen Getriebegeschäft.

Mehrere Chancen für die gebeutelte ZF-Antriebssparte

Für den Manager gebe es mehrere Optionen für diese Sparte. Man denkt etwa an eine Partnerschaft für die E-Division (das ist der Favorit), denn sie bietet, wie es dazu heißt, die Möglichkeit, Kosten und Risiken für die Weiterentwicklung neuer Produkte mit dem Partner zu teilen und damit auch mehr Beschäftigung zu sichern. Auch eine Restrukturierung ohne Partner könnte erfolgreich sein, doch sie erfordere stärkere Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität. Klein: „Beides besprechen wir mit den Arbeitnehmervertretern.“ Details zum Stand der Gespräche nannte der ZF-Entscheider aber nicht. Der Betriebsrat hatte zuletzt mit Protesten gegen die geplanten Einschnitte bei ZF mobil gemacht. Was man heute schon weiß ist, dass alles bis Ende September abgeschlossen sein soll. Der Manager Klein plädiert dabei für eine Überprüfung der EU-Regeln für die Autoindustrie: „Wenn wir in der EU bei einem Aus für den Verbrenner im Jahr 2035 bleiben, dann wird das auch jetzt schon Effekte auf unsere Beschäftigung haben, weil wir jetzt eigentlich die nächsten Getriebegenerationen für Hybridantriebe entwickeln müssten!“

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