Automatische Lagersysteme

Paletten lagern bis auf den letzten Quadratmeter

30.10.2008 | Redakteur: Volker Unruh

Das automatische Kompaktlager leistet mit seinem Vertikalförderer und je einem Truck-Shuttle-System pro Regalebene bis zu 25 Doppelspiele pro Stunde.Bilder: SMB Logistics

Lagerfläche wird rar und teuer. Ein elektronisch gesteuertes Kompaktlager mit einem Truck-Shuttle-System ermöglicht nun das automatische Einlagern von Vollpaletten auf einer beliebigen Anzahl von Ebenen unter hoher Ausnutzung des verfügbaren Lagervolumens.

Die meisten Lösungen zum automatischen Lagern von Paletten erfordern einen hohen technischen Aufwand, der sich bei den gewöhnlich anfallenden Leistungsanforderungen oft nicht rechtfertigen lässt. Hinzu kommt, dass viele dieser Systeme den vorhandenen Raum nicht effizient nutzen. Ausgehend von dieser Angebotslücke hat die SMB Logistics GmbH ein Kompaktlager konstruiert, das auf mehreren Ebenen gleichzeitig eine elektronisch gesteuerte Ein- und Auslagerung von Paletten in Längs- und Querrichtung ermöglicht.

Bereits vor fast 20 Jahren installierte SMB das erste automatische Kompaktlager. Mehr als nur eine Weiterentwicklung ist das neue vollautomatische Kompaktlager. Die Besonderheit dieses Systems: Auf einer beliebigen Anzahl von Ebenen wird je ein Truck samt einem Shuttle eingesetzt, der Paletten in die Kanaltiefe transportiert. Das Regalgerüst ist zugleich das Stützwerk für die Fördertechnik, wobei Rahmen bereits vorhandener Systeme weiterhin verwendet werden können. Sobald der Stapler die Palette auf die Fördertechnik des Einlagerbereichs stellt und mechanisch zentriert, erfasst ein Scanner die Palette und weist sie über die Lagerverwaltungssoftware ihrem Abstellplatz zu.

Parallel zum Einlagern wird eine Inventur durchgeführt

Dann wird der Übergabeplatz zur Bestätigung des Einlagervorgangs eingelesen. Dabei wird auch gleichzeitig eine kontinuierliche Inventur durchgeführt, die vom Finanzamt als Jahresinventur anerkannt wird. Natürlich werden auch Störgrößen berücksichtigt. Am Übergabeplatz wird die Palette gescannt. Anschließend wird sie oder ein anderer Ladungsträger, der bis zu 1200 kg wiegen darf, zum Vertikalförderer transportiert und auf die Zielebene gebracht. Nach der Übergabe der Palette an den Puffer holt der Shuttle die Palette ab und fährt mit ihr zum Truck. Dieser fährt nun in x-Richtung zum Zielkanal, positioniert die Palette und setzt sie ab. Der Shuttle bringt sie dann in den Kanal und kehrt zum Verfahrwagen zurück. Bestenfalls lagert das System nun eine Palette dieser Ebene in umgekehrter Reihenfolge aus.

Der Vertikalförderer transportiert bis zu 90 Paletten in der Stunde. In Kombination mit dem Truck-Shuttle-System sind so auf jeder Lager-ebene etwa 25 Doppelspiele pro Stunde möglich. In x-Richtung beträgt die Fahrgeschwindigkeit 2,5 bis maximal 4 m/s, in z-Richtung, vom Truck in den Zielkanal, beträgt sie 0,5 m/s.

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