Nachhaltigkeit ist heute in aller Munde. Wohl die wenigsten wissen, dass der Begriff – neudeutsch „Sustainability“ – ursprünglich aus der Waldwirtschaft stammt. Ähnlich wird es sich beim Thema RFID verhalten: Oder wussten Sie, dass die Ursprünge der Radiofrequenz-Technologie (RFID) auf die Landwirtschaft zurückgehen?
Als ISO-Standard veröffentlichtes RFID-Emblem.
(Bild: AIM-D)
In den 70er-Jahren wurden nämlich erstmals Tiere damit gekennzeichnet. Es dauerte bis in die 80er-Jahre, bis erstmals abgeschätzt werden konnte, was man mit der neuen Technologie erreichen kann. In den 90er-Jahren wurde die RFID-Technologie, größtenteils unsichtbar, dann der „breiten Masse“ nähergebracht: in Wegfahrsperren, Skipässen oder Tankkarten.
Aber was ist RFID eigentlich genau? Wörtlich übersetzt heißt „Radio-Frequency Identification“ nichts anderes als die Identifizierung (eines Chips) per Funkfrequenz – also das Erkennen von Objekten und den drahtlosen Austausch von Informationen zwischen einem RFID-Chip und einem Lesegerät. Als Erfinder des RFID-Chips gilt heute Mario Cardullo, US-amerikanischer Absolvent des Polytechnic Institute of Brooklyn, der heutigen New York University Tandon School of Engineering. Er erhielt 1973 das erste Patent für eine passive Radiofrequenz-Identifikation mit Lese- und Schreibzugriff. Der erste RFID-„Chip“ war ein Transponder, der aus einer Kombination von Spulen und Schaltkreisen bestand, die in einem Kunststoffbehälter untergebracht waren. Also kein Vergleich zu den heutigen, hauchdünnen, als „Tags“ bezeichneten Chips, die aus dem eigentlichen Mikrochip und einer haarfeinen Antenne (Spule) bestehen und in einem elektrischen Feld die auf dem Chip gespeicherten Informationen preisgeben.
Einigung auf einen Standard
Eine Google-Suchanfrage nach „RFID“ hat dem Verfasser dieses Artikels ungefähr 107 Millionen Ergebnisse angezeigt. Es ist heute also unmöglich, sämtliche RFID-Anwendungen aufzuzählen, deshalb wollen wir uns auf einige gewinnbringende Einsätze innerhalb der (Intra-)Logistik konzentrieren. Erwähnt werden soll noch, dass bis zum Ende der 90er-Jahre in verschiedenen Ländern unterschiedliche Standards der damals noch jungen Technik entwickelt wurden – bis sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass nur die Entwicklung eines globalen Standards alle Vorteile der RFID-Systeme zeitigen würde. Von 1999 bis 2003 wurde dann der „Electronic Product Code“ (EPC) entwickelt, der jedem Produkt der Welt eine einzigartige Kennung geben soll und damit einen allgemeinen Standard schafft.
Eine brandaktuelle Entwicklung auf dem Feld der automatischen Identifikation (Auto-ID), dem die RFID-Technik zugerechnet wird, ist im Bereich der Logistik beispielsweise das smarte RFID-Modul „iPLACER“ von Würth Industrie Service. Linde Hydraulics kann damit seine Produktivität steigern. Der Grundgedanke war: Wie wäre es mit einem kleinen, batteriebetriebenen Modul, das nicht nur in der Produktion, sondern auch am Arbeitsplatz, in der Montage, in der Logistik oder der Instandhaltung sogenannte C-Teile völlig automatisch nachbestellt? Dabei ist „iPLACER“ eine Erfindung, die nicht nur als Bestellsystem zum Einsatz kommt, sondern auch als Bestandsverwaltungssystem funktioniert. Seit 2022 vertraut Linde Hydraulics im Aschaffenburger Stadtteil Nilkheim, ein Hersteller hydraulischer Antriebe (die nicht zuletzt in den Geräten des Staplerbauers Linde Material Handling eingesetzt werden), auf die RFID-Technik aus dem Hause Würth. Beim „iPLACER“ kommt die RFID-Technologie zum ersten Mal nicht nur als Bestell-, sondern auch als Bestandsverwaltungssystem zum Einsatz. Ein absoluter Fortschritt auf dem Weg zu einer vernetzten, effizienten Wertschöpfungskette.
RFID und Druck gehen zusammen
Ein völlig anders gelagerter Anwendungsfall: Bei der in diesen Tagen stattfindenden Fachmesse Labelexpo Europe 2023 (Brüssel) präsentiert CAB, Europas größter Hersteller von Etikettendrucksystemen, seine Druckeinheiten der Modelle „Squix“ und „Hermes Q“ (siehe auch die Seiten 26 folgende). Der Einbau eines UHF-RFID-Schreib-und-Lese-Moduls und einer RFID-Antenne in diese Drucker ermöglicht das Generieren von Smart Labels. Beim Druckertyp XD Q lassen sich die mit einem Chip ausgestatteten Etiketten sogar beidseitig in einem Arbeitsgang bedrucken.
Und wieder ein Schwenk in eine gänzlich andere Richtung – sozusagen auf die andere Seite des Tresens, vom Tag zum Lesegerät und dem daran angeschlossenen Back-up: Der RFID-Lösungsanbieter Datamars aus dem schweizerischen Lamone hat mit „STORM“ aktuell eine Webplattform zur zentralen Verwaltung dezentral installierter RFID-Geräte an den Start gebracht. Die neue Plattform bietet ein vollständig anpassbares Dashboard, mit dem sich der Status aller RFID-Lesegeräte und ihrer Aktivitäten anhand von Metriken überwachen lässt. Werden im Rahmen der 24/7-Überwachung konfigurierte Schwellenwerte überschritten, löst das System einen Alarm aus, der sofort auf der grafischen Benutzeroberfläche (WEB-UI) erscheint und zu einer Nachricht an die konfigurierten Empfänger führt.
Zeitleiste
1973 – Der US-Amerikaner Mario Cardullo erhält das erste Patent für eine passive Radiofrequenz-Identifikation mit Lese- und Schreibzugriff.
1980er – Einsatz der Technologie an Mautstellen, bei Zutrittskontrollen, in Tankkarten und Wegfahrsperren.
1990er/2000er – Es entsteht ein regelrechter Hype um die RFID-Technik.
2014 – Der Tor- und Verladespezialist Hörmann integriert einen RFID-Empfänger direkt unter der Ladebrücke.
2023 – Georg Utz stellt Spritzgießbehälter mit integrierter RFID-Technik her.
2023 – Manhattans RFID-basierte Active-Omni-Suite optimiert das Bestandsmanagement im Geschäft.
Stand: 08.12.2025
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Weil RFID natürlich immer auch etwas mit den eingesetzten Materialien zu tun hat, darf ein Seitenblick zum Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung (IFAM) nicht fehlen. Bisher war die Kennzeichnung von metallischen Gussteilen auf konventionelle Methoden wie den Bar- oder den Data-Matrix-Code beschränkt. Die Fraunhofer-Forscher aus Bremen haben RFID-Transponder in Gussteile integriert und ermöglichen so eine elektronische, funkbasierte Kennzeichnung und Erkennung von Gussprodukten. Der Clou dabei: Die Transponder können sowohl nachträglich als auch direkt während des Gießens mit dem patentierten „CASTTRONICS“-Verfahren in das Gussteil integriert werden. More to come. (bm)