Eine „Würth-igung“ 90 Jahre Reinhold Würth

Quelle: dpa 4 min Lesedauer

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Die dpa-Autoren Julian Weber, Robin Wille und Oliver Schmale würdigen hier die Leistung von Reinhold Würth ...

Der „Schraubenkönig“ Reinhold Würth darf nach einem bewegten Leben seinen 90. Geburtstag feiern. Hier beschreiben drei dpa-Autoren sein Leben und seine Einstellung zu demselben ...(Bild:  Würth)
Der „Schraubenkönig“ Reinhold Würth darf nach einem bewegten Leben seinen 90. Geburtstag feiern. Hier beschreiben drei dpa-Autoren sein Leben und seine Einstellung zu demselben ...
(Bild: Würth)

Reinhold Würth hat aus dem 2-Mann-Betrieb seines Vaters einen Milliardenkonzern gemacht. Er hat aber noch viele weitere Baustellen beackert. Nun feiert er wieder Geburtstag. Ein paar Zeilen – Gedanken, Beobachtungen, vielleicht eine Erkenntnis. Seit Jahrzehnten hält Reinhold Würth, auch als Schraubenkönig bekannt, sein Leben in Tagebüchern fest. Damit liege wohl eine der am besten dokumentierten Kaufmannsbiografien in Deutschland vor. Zu erzählen gibt es immerhin genug. Das Tagebuchschreiben sei ihm zur Gewohnheit geworden. Aus dem Schraubenhandel seines Vaters formte Reinhold Würth nicht zuletzt einen Weltkonzern, der heute Milliarden umsetzt. Vielleicht ist die tägliche Schreiberei eine Grundlage, auf der ein Student einmal eine Dissertation aufbauten kann, merkt Würth an. Und am 20. April kann der Unternehmer, der heute zu den reichsten Deutschen zählt, auch noch seinen 90. Geburtstag begehen.

In jeder Beziehung den Steuerknüppel im Griff

Die Geschichte von Reinhold Würth beginnt an besagtem Tag im Jahre 1935. Nach Kriegs- und Schulzeit tritt er 1949 eine Lehre in der Schraubengroßhandlung seines Vaters in Künzelsau an. Doch lange bleibt er nicht Lehrling, denn nur fünf Jahre später stirbt sein Vater Adolf Würth. Der damals 19-Jährige übernimmt kurzerhand den kleinen Betrieb und expandiert diesen in den folgenden Jahrzehnten im großen Stil. Heute gilt die Würth-Gruppe als Weltmarktführer im Bereich der Befestigungs- und Montagetechnik. Das Sortiment umfasst über eine Million Produkte, die unter anderem für Handwerks- und Industriebetriebe von Interesse sind. Dazu gehören Schrauben und Dübel, aber beispielsweise auch Werkzeuge und Arbeitsschutzartikel. Ein Teil wird sogar selbst hergestellt. Über 88.500 Menschen arbeiteten zuletzt bei Würth. Würth hat sein Unternehmen vielleicht auch deshalb so groß machen können, weil er selbst ein passionierter Verkäufer ist. Er kommentiert: „Der Verkäuferberuf ist der schönste auf der ganzen Welt, weil Sie permanent mit allen Sorten von Menschen, die auf Gottes Erdboden leben, in Kontakt kommen.“ Er nahm übrigens auf dem Weg zu seinen Kunden oft den Steuerknüppel eines Flugzeugs in die Hand.

Wer reich ist, sollte Disziplin vorleben!

Einer von Würths Wegbegleitern ist übrigens Albert Berner. Beide gingen zusammen zur Schule. Doch später wurden sie sogar Konkurrenten. Die Berner-Gruppe hat nämlich ein ähnliches Angebot, ist aber deutlich kleiner. 1952 hatte Berner eine Lehre zum Großhandelskaufmann bei Würth begonnen: „Weil ich einen Führerschein hatte, konnte ich in den Außendienst“, so Berner. Im Zuge dessen habe er den Umgang mit Kunden und das Verkaufen von der Pike auf gelernt. Und er hat auch eine beide verbindende Anekdote parat! Dabei geht es um eine Auf eine Vertriebstour sind demnach beide am Bodensee verabredet gewesen. Während Reinhold Würth auf ihn gewartet hat, hat er seine Frau Carmen kennengelernt. Nun sind die beiden seit 1956 verheiratet. Würth wiederum sagt heute rückblickend, dass er nichts anders machen würde, auch wenn eventuell nicht alle Träume in Erfüllung gegangen sind. Er ist außerdem der Meinung, dass alle, die viel Geld haben, Disziplin vorzuleben hätten. Auch warnte er vor einiger Zeit seine Belegschaft davor, lediglich aus kurzlebigem Unmut und Protest die AFD zu wählen. Heute gilt übrigens die ganze Region als Würth-Land. Den Namen tragen dort etwa ein naher Flughafen, eine Hochschule, ein Sinfonieorchester sowie ein Kultur- und Kongresszentrum. Würth ist außerdem Kunstmäzen und baute seine Sammlung immer weiter aus. Zuletzt umfasste sie über 20.000 Werke, die in mehreren Museen in seiner Heimat und an Würth-Standorten im Ausland zu sehen sind.

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