Dauerbrenner? Experte bescheinigt Rüstung einen nachhaltigen Aufstieg

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der Arbeitsmarktforscher Enzo Weber erwartet einen langanhaltenden Aufschwung der deutschen Rüstungsindustrie, wie die dpa erfahren hat.

Vor einigen Jahren noch wurden Rüstungsunternehmen eher kritisch beäugt. Der Blick wandelt sich angesichts der Weltlage jedoch ins Positive. Das spüren Rheinmetall, Renk & Co. auch an den Bewerberzahlen. Ein Experte glaubt, dass die Rüstung langfristig ein Erfolgssektor sein wird ...(Bild:  Jh. Heidenmarst)
Vor einigen Jahren noch wurden Rüstungsunternehmen eher kritisch beäugt. Der Blick wandelt sich angesichts der Weltlage jedoch ins Positive. Das spüren Rheinmetall, Renk & Co. auch an den Bewerberzahlen. Ein Experte glaubt, dass die Rüstung langfristig ein Erfolgssektor sein wird ...
(Bild: Jh. Heidenmarst)

Der derzeitige Aufwärtstrend in der deutschen Rüstungsbranche wird nachhaltig sein und – wie man jetzt schon absehen kann – wird das auch viele Jahre so weitergehen, glaubt jedenfalls Enz Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aus Nürnberg. Denn aufgrund der Ausnahme bei der Schuldenbremse für die Verteidigungsausgaben sind die Finanzierungsmöglichkeiten sichergestellt, begründet der IAB-Forschungsbereichsleiter für Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen seine Ansicht. Laut einer Studie unter Beteiligung des IAB könnten demnach bis zu 200.000 Jobs entstehen, wenn Deutschland seine Verteidigungsausgaben (schuldenfinanziert) von zwei auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigere. Nun komme es darauf an, ob nur Geld ausgegeben werde, oder auch eine industrielle Erneuerung gelinge. Und mit seinen Mitteln müsse der Staat auch Wettbewerb und Innovation schaffen sowie eine Trendwende in der Industrie anstoßen. Im Gegensatz zur restlichen Industrie in Deutschland sieht Weber Rückenwind für die Rüstungsbranche seit rund zwei Jahren – einhergehend mit deutlich steigenden Beschäftigungszahlen. Auch die Zahl der Stellenausschreibungen steigt, wie er registriert, während in der übrigen Industrie das Gegenteil zu beobachten ist. Viel Potenzial für die Rüstungsindustrie sieht der Arbeitsmarktexperte Weber etwa bei den Beschäftigten der strauchelnden Automobil- und Zulieferindustrie. Deren Fachkräfte seien nämlich für Rüstungsunternehmen besonders attraktiv.

Deutsche Rüstungsfirmen verzeichnen Bewerbungs-Boom

Beim Rüstungskonzern Rheinmetall etwa sind die Bewerberzahlen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. So gab es 2021 noch rund 59.000 Bewerbungen aus Deutschland, aber 2024 waren es bereits 175.000. Allein in der ersten Hälfte dieses Jahres sind demnach 120.000 Bewerbungen aus Deutschland eingegangen. Der Hersteller von Panzern und Flugabwehrsystemen hat, wie es weiter heißt, seit Jahresbeginn monatlich rund 500 Personen neu angestellt. Die meisten neuen Stellen seien mit knapp 2.000 im produktionsnahen Bereich sowie im IT-Sektor verortet. Gesucht würden derzeit vor allem Beschäftigte in den Bereichen Produktentwicklung und Produktion – wie etwa Ingenieure oder Mechatroniker. Und auch der Augsburger Rüstungszulieferer Renk will die Zahl seiner Beschäftigten in den nächsten Jahren weiter steigern. Weil man bei Renk die Effizienz der Produktion deutlich erhöht habe, seien aber nicht so viele Beschäftigte erforderlich, wie es noch 2023 der Fall gewesen sei. Steigende Bewerberzahlen für seine Rüstungssparte verzeichnet übrigens auch der Mischkonzern Diehl. Denn in den vergangenen Jahren seien in der Konzernsparte Defence kontinuierlich mehrere Hundert Personen eingestellt worden. Und 2024 seien es gar über 1.000 gewesen. Die Einstellungen sollen in dieser Größenordnung weitergehen – der Trend werde demnach auch 2026 anhalten. Renk erklärt sich das damit, dass derzeit ein Imagewandel für die Rüstungsbranche bei Bewerbern und in großen Teilen der Gesellschaft stattfindet. Diehl produziert unter anderem das Luftabwehrsystems Iris-T, das auch in der Ukraine zum Einsatz kommt.

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