Bargeldversorgung Damit wir in der Krise weiter „flüssig“ sind

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 2 min Lesedauer

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Das Brandenburgische Institut für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS) hat ein Sicherheitskonzept zur Stärkung der Resilienz der Bargeldversorgung in Not- und Krisenfällen erarbeitet. Der Kern: Dann funktionieren elektronische Zahlungssysteme in der Regel nicht mehr. Und es heißt wieder: „Nur Bares ist Wahres!“ Wie das gehen soll, lesen Sie hier ...

„Flüssig“ zu sein, heißt, mit genügend Bargeld in der Tasche ausgestattet zu sein, um nicht bei jedem Einkauf auf Plastikkarten zurückgreifen zu müssen.(Bild:  © fotomek - stock.adobe.com)
„Flüssig“ zu sein, heißt, mit genügend Bargeld in der Tasche ausgestattet zu sein, um nicht bei jedem Einkauf auf Plastikkarten zurückgreifen zu müssen.
(Bild: © fotomek - stock.adobe.com)

Die Abschaltung der letzten drei deutschen Kernkraftwerke hat weit im Vorfeld in Teilen der Bevölkerung die Angst vor dem „Blackout“ wachsen lassen. Dabei ist diese Sorge weitgehend unbegründet: Nach Angaben der Bundesregierung mussten Haushalte in Deutschland im Jahr 2020 im Durchschnitt nur 10,73 Minuten ohne Strom auskommen. Einen echten „Blackout“, also einen großflächigen, lange anhaltenden Stromausfall, hat es hierzulande noch nie gegeben.

Aber was ist, wenn das doch einmal passiert? Ohne Strom und bei einem Ausfall des IT- und Kommunikationsnetzes funktionieren elektronische Zahlungssysteme in der Regel auch nicht mehr. Jeder wirtschaftlich induzierte Tausch muss in dem Fall mithilfe von Bargeld erfolgen. Unbestritten dürfte sein, dass die Möglichkeit, auch in Not- und Krisenfällen weiter wirtschaften zu können, essenziell wichtig ist.

Kreislauf widerstandsfähiger gestalten

Koordiniert durch das Brandenburgische Institut für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS) hat im Forschungsprojekt „Resilienz der Bargeldversorgung – Sicherheitskonzepte für Not- und Krisenfälle“ (BASIC) ein Verbund aus Wissenschaft und den wichtigsten Akteuren im Bargeldkreislauf beziehungsweise der Bargeldversorgung den Kreislauf von Scheinen und Münzen auf seine Resilienz hin untersucht. Über die Zeit wurden Empfehlungen herausgearbeitet, wie dieser Kreislauf widerstandsfähiger gestaltet werden kann. Mit einem Optimierungsalgorithmus zur Bestimmung zentraler Bargeldbezugspunkte in Deutschland haben auch Forschende der Arbeitsgruppe für Supply Chain Services des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS) etwas zur Erhöhung der sicheren Bargeldversorgung beigesteuert.

Weil das Verständnis der Bargeldakteure für die Anforderungen der jeweils anderen von zentraler Bedeutung ist zur erfolgreichen Notfall- und Krisenbewältigung, hat das erstellte Sicherheitskonzept diese Schnittstellen in den Vordergrund gerückt. Gemeinsam haben die Bundesbank, Geschäftsbanken, Handelsunternehmen, Geld- und Wertdienstleister und Forscher dieses Konzept erarbeitet, das alle beteiligten Akteure und deren langfristige Bedarfe berücksichtigt.

Beispielsweise verweist das Konzept auf einen „Optimierungsalgorithmus“. Der ist deshalb notwendig, weil im Notfall nicht mehr alle dieser sogenannten Bargeldbezugspunkte (das sind in der Regel Geldautomaten und Bankfilialen) wie gewohnt betrieben werden. Die Forschenden bestimmen für gewisse Szenarien mit mathematischer Optimierung die optimale Bargeldbelieferung: Sie zeigen auf, welche Daten für eine Optimierung im jeweiligen Krisenfall vorliegen müssen. Und sie berechnen auf Basis der verfügbaren Daten die relevantesten Bargeldbezugspunkte, um diese priorisiert beliefern oder zum Beispiel mit Notstromaggregaten krisensicher ausstatten zu können.

Das Konzept verweist außerdem auf das Project „CARE“ (Cash Resilience) der Deutschen Bundesbank. Im Rahmen von BASIC wurde der Grundstein gelegt, um den Informationsaustausch und die Kommunikation bei Störungen, Notfällen und Krisen inklusive eines Lagebildes im Bargeldkreislauf spürbar weiterzuentwickeln. CARE enthält in der Endausbaustufe entscheidungsrelevante Daten aller professionellen Bargeldakteure. (bm)

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