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Jedes Fach bietet Platz für 1 bis 16 Bediengeräte aus dem gesamten Simatic-HMI-Spektrum, von Push Button über Multi und Touch bis hin zu Mobile Panels. Prüfplatz und Gerätetyp (MLFB-Nummer) werden vom Bediener mittels Barcodescanner erfasst. Die relevanten Prüfparameter – in erster Linie Temperaturverlauf und Verweildauer – sind in der Datenbank einer extern installierten Mastersteuerung – Simatic S7 300 mit CPU 317 2 PN/DP – in Form gerätespezifischer Testprojektierungen hinterlegt.
Paternoster holt weitere Bediengeräte während der Prüfzeit
Wenn ein Fach fertig belegt ist und die Schiebetüren geschlossen sind, kann die Prüfung gestartet und der Paternoster verfahren werden, um ein weiteres Fach einzurichten oder geprüfte Geräte zu entnehmen. Für die entsprechende steuerungs-, kommunikations- und prüftechnische Entkopplung der Wärmefächer im Paternoster sorgen je eine eigene „Fach-“ und eine eigene „Prüf-CPU“ des gleichen Typs wie die Master-CPU – insgesamt also 44 Controller. Die einzelnen Fach-CPU entlasten die Prüf-CPU, indem sie sämtliche Kommunikationsaufgaben mit der Mastersteuerung koordinieren, das heißt, in der einen Richtung die Prüfvorgaben und in der anderen die Prüfergebnisse übertragen.
Angeschlossen werden die bis zu 16 Prüflinge wahlweise über die Profinet- oder über die Profibus-Anschaltung der Steuerung, so dass sich das ganze Portfolio heutiger, künftiger und auch früherer Geräte im gemischten Betrieb nebeneinander ohne Umbauten sehr flexibel prüfen lässt. Dazu gibt es in jedem Wärmefach jeweils 16 Anschlussbuchsen für 24 V DC, Profibus und Profinet.
Letztere sind mit der Prüf- und der Fach-CPU über einen Industrial Ethernet Switch Scalance X124 (24 Ports, unmanaged) verbunden. Für spezielle Diagnosen an aus dem Feld kommenden HMI-Geräten erhält die Prüf-CPU über die Micro Memory Card eine spezielle Testprojektierung – schnell, einfach und ohne Programmiergerät.
Zustand jedes Prüflings wird genau angezeigt
Bedient wird der Paternoster über ein Simatic Multi Panel MP377 mit 15“-Touchdisplay (Bild 3). Das Gerät aus der hauseigenen Fertigung visualisiert unter anderem die Fachbelegungen und den Betriebszustand jedes einzelnen Prüflings. Neu ist auch ein Temperaturhistogramm für jedes Fach. Nachts werden die Prüfergebnisse über die integrierte Industrial-Ethernet-Schnittstelle des Panels zur Archivierung, Weiterverarbeitung und Dokumentation an einen Server im Werksnetz übermittelt.
Um in dem beweglichen, umlaufenden Paternostersystem Probleme mit wartungsintensiven und störanfälligen Schleifleitern beziehungsweise anderen mechanischen Lösungen für die Datenübertragung gar nicht erst aufkommen zu lassen, war für die Übertragung der Prüfparameter und -daten von Anfang an eine IWLAN-Lösung vorgesehen.
Industrial Wireless LAN erübrigt Schleifleiter
Zu diesem Zweck ist jede Fach-CPU im Paternoster mit jeweils einem IWLAN-Client Scalance W747 1 verbunden. Dieser stellt die Funkverbindung zu einem Access Point Scalance W784-1RR her, der wiederum in Verbindung mit der Mastersteuerung im externen Schaltschrank des Paternosters steht. Die Funkübertragung findet im 5-GHz-Band statt. Das Besondere an dieser Funkstrecke ist das RCoax Cable (Leckwellenleiter) als Spezialantenne für ein definiertes Nahfunkfeld und auf der anderen Seite die zugehörige IWLAN-Antenne (ANT793 4MN).
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