Mergers & Acquisitions DB-Schenker-Verkauf an DSV ist über die Bühne

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 2 min Lesedauer

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Die Tinte dürfte noch nicht ganz trocken sein: Heute hat sich der dänische Logistikriese DSV die Bahn-Tochter DB Schenker einverleibt. Ein Dreivierteljahr war spekuliert worden, welcher Interessent den Zuschlag bekommt. DSV beschäftigt in über 80 Ländern mehr als 74.000 Mitarbeitende. Der Gesamtverkaufswert liegt nach DB-Angaben bei 14,8 Milliarden Euro.

Das DB vor Schenker ist Geschichte: Die Logistiktochter wurde jetzt an den dänischen Big Player DSV verkauft (hier ein Lkw-Gespann auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor).(Bild:  DB/Volker Emersleben)
Das DB vor Schenker ist Geschichte: Die Logistiktochter wurde jetzt an den dänischen Big Player DSV verkauft (hier ein Lkw-Gespann auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor).
(Bild: DB/Volker Emersleben)

Ein weiteres Stück deutsches Tafelsilber ist Geschichte: Die Bahn-Tochter DB Schenker geht an den dänischen Konkurrenten DSV. Der neue Eigentümer will eigenen Angaben zufolge in Deutschland noch einmal Investitionen in Höhe von rund 1 Milliarde Euro in den kommenden drei bis fünf Jahren in die ehemalige Bahntochter stecken. Wer sich wundert, warum sich die Deutsche Bahn und damit letztendlich die Bundesregierung von einem im Gegensatz zu DB Cargo gut laufendem Unternehmensbereich trennt, bekommt zu hören, dass sich die DB auf das Kerngeschäft und die Umsetzung ihrer Strategie „Starke Schiene“ konzentrieren wolle. Und: Der Verkaufserlös von knapp 15 Milliarden Euro solle „zur deutlichen Reduzierung der Konzernverschuldung“ genutzt werden.

Übernahme so gut wie „durch“

So ganz ist der Verkauf der Logistiksparte der Deutschen Bahn zwar noch nicht über die Bühne, denn es muss noch die Zustimmung durch den DB-Aufsichtsrat her und auch der Bund muss nach der Bundeshaushaltsordnung noch sein Plazet geben. Die gesamte Transaktion werde „nach Erhalt aller regulatorischen Genehmigungen im Laufe des Jahres 2025 erwartet“, wie es in einer Pressemitteilung vom Freitag heißt. Auch ganz wichtig: Die vereinbarten Sozialzusagen, unter anderem zum Schutz von Arbeitsplätzen, würden für einen Zeitraum von zwei Jahren nach Transaktionsabschluss (also bis 2027) gelten, wie es heißt.

Im Fokus der nächsten drei Jahre steht die strukturelle Sanierung der Infrastruktur, des Eisenbahnbetriebs und der Wirtschaftlichkeit.

Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn

Wenn man den Worten von DB-Chef Richard Lutz folgt, markiere der DB-Schenker-Verkauf und damit die „Konzentration der DB aufs Wesentliche“ die größte Transaktion in der Geschichte der Deutschen Bahn und ermögliche DB Schenker eine klare Wachstumsperspektive. „Im Einklang mit unserer Starke-Schiene-Strategie konzentrieren wir uns geschäftlich auf die gemeinwohlorientierte Schieneninfrastruktur in Deutschland sowie klimafreundlichen Personen- und Güterverkehr in Deutschland und Europa“, so Lutz. Es ist noch nicht lange her, da hatte man insbesondere auf internationaler Ebene einen ganz anderen Ton angeschlagen.

„Nachhaltige Arbeitsplätze in Deutschland“

Der DSV-CEO Jens H. Lund zum Erwerb des deutschen Vorzeigeunternehmens, das vor zwei Jahren sein 150-jähriges Jubiläum gefeiert hat und im Jahr 1872 von Gottfried Schenker in Wien gegründet worden ist (wir berichteten): „Wir haben einen klaren Plan, wie wir gemeinsam das weltweit führende Transport- und Logistikunternehmen werden wollen. Hand in Hand und unter einem Dach werden die Mitarbeiter von DSV und Schenker unsere Stärken bündeln, um einen echten Weltmarktführer in der Branche zu schaffen. Dieser strategische Zusammenschluss mit erheblichen Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit wird langfristiges Wachstum sichern und nachhaltige Arbeitsplätze in Deutschland schaffen.“ (bm)

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