Jungheinrich Der Markt fordert Logistiksysteme aus einer Hand
Die Jungheinrich AG ist vor allem als Hersteller von Gabelstaplern und anderen Flurförderzeugen bekannt. Dass der Konzern aber auch komplette Logistikzentren plant und realisiert, wissen nur wenige. Wir sprachen mit Richard Brandstetter, dem Leiter Logistiksysteme, über seinen Unternehmensbereich.
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MM: Herr Brandstetter, Jungheinrich ist bekannt für Flurförderzeuge, vielleicht auch noch für Regale. Sie aber leiten einen offenbar sehr erfolgreichen Unternehmenszweig, der nach außen hin in dieser Intensität noch gar nicht wahrgenommen wurde: den Bereich Logistiksysteme. Was verbirgt sich hinter diesem neuen Geschäftsfeld?
Brandstetter: Das Thema Logistiksysteme ist für uns gar nicht so neu. Unsere Vertriebsgesellschaften in Italien, Großbritannien und in der Schweiz zum Beispiel haben sich schon Ende der 80er in diese Welt gewagt. In der Schweiz wird mit dem Systemgeschäft mit mehreren Gewerken mittlerweile sogar ein größerer Umsatz erwirtschaftet als mit dem Seriengeschäft.
Unsere Aufgabe ist es nun, das Geschäftsfeld, quasi im Roll-out, über alle Regionen zu bringen. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den europäischen Märkten. Die lokalen Gegebenheiten sind anders, teilweise auch die Vorschriften. Aber durch unseren Direktvertrieb mit dem dichten, europaweiten Niederlassungsnetz haben wir einen unmittelbaren Zugang zum Endkunden. Daher können wir uns bestens auf unsere Kunden und auf die lokalen Anforderungen einstellen.
MM: Aber trotzdem: Welcher Kunde überlässt einer – wenn auch renommierten – Staplerschmiede die Planung seines Logistikzentrums?
Brandstetter: Täuschen Sie sich nicht! Viele Kunden wollen einen Ansprechpartner haben, der ihnen nicht nur ihre Stapler, sondern auch alles andere liefert. Die haben gar nicht mehr die Zeit für endlose Schnittstellendiskussionen über Regale, Stapler, Leitsysteme oder Software und Fördertechnik. Und warum Zeit für solche Diskussionen investieren, wenn ein bewährter Partner wie Jungheinrich sich anbietet, ihnen alles aus einer Hand zu liefern und auch noch lebenslang zu betreuen?
MM: Das heißt, dass Sie mit Ihrem Bereich die komplette Planung und Durchführung von Logistikzentren übernehmen, quasi auch als Generalunternehmer für solche Projekte auftreten?
Brandstetter: Natürlich, das ist das Konzept. Wir bieten die intralogistische Kompetenz und liefern je nach Bedarf das ganze Spektrum an Komponenten, also Lager- und Fördertechnik, Flurförderzeuge und Software. Wir produzieren natürlich nicht alles selbst. Für alle wichtigen Komponenten haben wir langjährige Partnerschaften mit bekannten und marktführenden Unternehmen, die den selben Premium-Anspruch für ihre Produkte haben wie wir für unsere Gabelstapler.
MM: Kaum eine Logistikanlage läuft heute noch ohne ein Lagerverwaltungssystem. Entwickelt Jungheinrich inzwischen auch schon die Software selbst?
Brandstetter: Der Kunde bekommt Jungheinrich-Software, die allen aktuellen Anforderungen entspricht. Hauptaugenmerk haben wir auf eine hohe Flexibilität gelegt, die sich vor allem durch parametrisierbare und einfache Lager- und Prozessmodellierung oder eine individuelle Zuordnung von Prozessabläufen zu verschiedenen Nutzergruppen ausdrückt.
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