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In einer Woche an beiden Polen im Einsatz
Unvergessen sind für den Ingenieur zwei Einsätze, bei denen er im Januar 1998 innerhalb einer Woche Raketen für Experimente am südlichen und am nördlichen Polarkreis installiert hat. „Zuerst haben wir auf Adelaide Island am Südpolarkreis mehrere meteorologische Forschungsraketen gestartet.
Diese flogen 110 km hoch, wobei der Motor der Feststoffrakete nur 2,5 s brannte. Dann wurde die so genannte Nutzlast mit dem Experiment in der Mitte aufgesprengt. Ein Ballon trennte sich ab und blähte sich auf. Während des folgenden freien Falls des Ballons haben wir die Flugbahn mit einem Radar vermessen, so dass die Wissenschaftler Druck, Temperatur und Dichte der Atmosphäre berechnen konnten“, erinnert sich der Ingenieur.
Aus den abgeleiteten Atmosphärenmodellen und Referenzmessungen können die Wissenschaftler, die bei jeder Kampagne eng mit den Moraba-Ingenieuren zusammenarbeiten, zum Beispiel Unterschiede zwischen der nördlichen und der südlichen Hemisphäre feststellen und untersuchen. Vom Südpolarkreis ging es dann auf direktem Wege 16.490 Flugkilometer nach Norden, genauer gesagt nach Lappland zur Raketenstartbasis Esrange in Kiruna. „Dort habe ich bei -40 °C den Wärmeoverall schätzen gelernt“, erzählt Jung.
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