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„Dass das TLS bei diesem Projekt auch für die Kommissionierer zuständig ist, ist zwar etwas ungewöhnlich, aber in diesem Fall sehr effizient. Denn so kommissioniert Fiege wegeoptimiert und profitiert gleichzeitig von einer optimalen Platzverwaltung und einem sehr transparenten Artikelhandling“, erklärt E+P-Projektleiter Markus Linkenbach. Über 140.000 Varianten gilt es optimal zu verwalten. LFS belegt die Lagerplätze nach der dynamischen Feldbelegung und lagert entweder Varianten zu einem bestehenden Lagerplatz hinzu oder belegt einen neuen. Die Kommissionierer legen die Waren direkt in die ergonomischen Federbodenwagen und schieben diese zu den Vertikalförderern für den Transport ins Erdgeschoss. Dort angekommen geht es für die Bestellungen zur weiteren Sortierung zum Taschensorter. 5000 Taschen hängen dort pro Batch bereit, die von den Mitarbeitern mit je einem Artikel bestückt werden.
Zeitfenster von exakt einer Stunde für die Kommissionierung von 5000 Teilen
Für die Kommissionierung eines Batchs ist exakt eine Stunde vorgesehen. Das entspricht genau der Zeitspanne, die der Hängetaschensorter für die Sortierung der 5000 Teile benötigt. Die Planung erfolgt möglichst so, dass zwei Drittel der Waren aus dem Lager und ein Drittel der Waren aus dem Dynamikpuffer, also aus dem Retourenbereich, entnommen werden – auch hier spielt die Kommunikation zwischen den verschiedenen IT-Systemen eine entscheidende Rolle. Sobald die Teile gescannt sind und in die Tasche fallen, übernimmt der Materialflussrechner des Taschensorters. Per Telegramm weiß dieser genau über die Aufträge des Batchs Bescheid und geht in die mehrstufige Sortierung. Die 5000 Teile werden stufenweise zunächst in Batchs mit 600 und anschließend in Batchs mit 100 Teilen reduziert, aus denen dann Stück für Stück die Kundenaufträge generiert werden. An den insgesamt 23 Packstationen übernimmt wieder LFS. Pro Auftrag fahren die Taschen zu den Verpackern vor, die die Waren versandfertig machen. Für die Onlinebestellungen geht es über eine Fördertechnik zum Warenausgang und an die entsprechende Auslagerbrücke für Deutschland, Österreich oder die Schweiz. Filialware wird getrennt davon abgefertigt. Das System ist so ausgelegt, dass in einem Batch zwei Drittel der Waren für Endkunden und ein Drittel der Waren für Filialen berücksichtigt werden.
Dynamische Arbeitsplätze und Put-to-Light in der Filialabfertigung
An den insgesamt 42 Arbeitsplätzen zur Filialbeschickung werden die Artikel filialrein zusammengestellt. Ergänzend übernehmen die Mitarbeiter hier die weiteren Dienstleistungen, wie Diebstahlsicherung, Preisetikettierung oder das Aufbügeln der Waren. Über eine Put-to-Light-Anlage wird angezeigt, für welche Filialetage der Artikel bestimmt ist. Eine weitere Besonderheit: Die Filialanlieferung erfolgt in Mehrwegtransportboxen, die ebenfalls in Etagen aufgeteilt sind. Jede Etage wird mit bestimmten Sortimenten bestückt. Auch das zeigt die Put-to-Light-Anlage an, sodass die Mitarbeiter die Aufträge intuitiv zusammenstellen können. „Sportscheck möchte den eigenen logistischen Aufwand in den Geschäften so gering wie möglich halten. Durch unsere Vorsortierung müssen die Filialmitarbeiter vor Ort lediglich die Box entnehmen und können diese einfach in der Auslage platzieren“, erklärt Oliver Schlüter.
Sechs Stunden bis zur Wiederverwertung
Die Abwicklung der Retourenlogistik erfolgt ebenso zentral. Sowohl Kunden- als auch Filial-Retouren werden durch Fiege begutachtet und aufbereitet. Mitarbeiter entscheiden über die weitere Verwendung der Artikel. Einwandfreie Ware gelangt mit einem Federbodenwagen zu einer separaten Arbeitsstation des Hängetaschensorters. Ein Mitarbeiter bestückt diesen wieder mit je einem Artikel – 40.000 Taschen stehen dafür im Dynamikpuffer bereit. Jeder Batch besteht – wenn möglich – zu einem Drittel aus Waren des Retourenbereichs. „Durch dieses System und die Zentralisierung von Versand- und Retourenlogistik gewährleisten wir, dass Waren schon sechs Stunden später wieder auf dem Weg zum Kunden sein können“, so Project Manager Oliver Schlüter.
Höchste Prozesssicherheit für das Multi-Channel-Geschäft
„Um die Prozesssicherheit und die Qualität gleichbleibend hochzuhalten, haben wir mehrere 100-%-Kontrollen in den Materialfluss integriert“, erklärt IT-Manager Marco Balz. Das beginnt schon am Wareneingang. Hier prüft beispielsweise die Wiegemesseinheit der Fördertechnik, ob der richtige Artikel im Karton ist. Bei der Kommissionierung werden durch zweifaches Scannen und Bestätigen ständig Rückmeldungen an LFS gegeben und Fehler quasi ausgeschlossen. Anschließend erfolgt an der Aufgabestation für die Federbodenwagen ein weiterer Scan, genauso wie bei der Bestückung des Hängetaschensorters und der Verpackungsplätze, sodass LFS kontinuierlich über die Abläufe informiert ist. „Durch die jahrelange Zusammenarbeit mit E+P war uns die hohe Qualität des Lagerführungssystems bereits bekannt. Vor allem wenn es schnell gehen muss, wie im E-Commerce, macht sich das bezahlt“, resümiert Marco Balz.
* Marco Ehrhardt ist geschäftsführender Gesellschafter bei der Ehrhardt + Partner GmbH & Co. KG in 56154 Boppard-Buchholz, Tel. (0 67 42) 87 27-0, info@ehrhardt-partner.com
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