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E-Commerce E+P macht Sportscheck fit für die Zukunft

| Autor / Redakteur: Marco Ehrhardt / Benedikt Hofmann

Viele Bestellungen mit wenigen Artikeln, Same-Day-Delivery und viele Retouren: Der E-Commerce hat seine eigenen Gesetze, die sich von denen des stationären Handels unterscheiden. Hier geht es darum, die Anforderungen der einzelnen Filialen zu berücksichtigen und Bestellungen in größerem Umfang abzuwickeln.

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In dem Lager befinden sich mehr als 3 Mio. Teile mit 140.000 Varianten auf 80.000 m² Logistikfläche.
In dem Lager befinden sich mehr als 3 Mio. Teile mit 140.000 Varianten auf 80.000 m² Logistikfläche.
(Bild: Ehrhardt + Partner)

Online-, Filial- und Retourenlogistik unter einem Dach zu verwalten, ist eine große Herausforderung. So auch bei dem Sportfachhändler Sportscheck. Das Unternehmen setzt verstärkt auf Multi-Channel-Vertrieb und entschied sich deshalb für eine komplette Restrukturierung der eigenen Logistik und der IT-Landschaft. Den Auftrag erhielt der Logistikdienstleister Fiege. Um trotz der komplexen Strukturen die notwendige Flexibilität in der Auftragsabwicklung zu erhalten, setzt Fiege auf das Lagerführungssystem LFS von Ehrhardt + Partner (E+P).

Schnelle Prozessabläufe und optimale Schnittstelle

In Verbindung mit einer ausgeklügelten Sortierung inklusive Taschensortersystem mit integriertem Dynamikpuffer – bestehend aus circa 40.000 Taschen – sorgt dies für schnelle Prozessabläufe sowie eine optimale Schnittstelle zwischen Versand- und Retourenlogistik und wird so den Anforderungen des Multi-Channel-Unternehmens voll gerecht. Über 3 Mio. Teile mit 140.000 Varianten auf 80.000 m2 Logistikfläche: „Die Dimensionen sind gigantisch“, kommentiert Oliver Schlüter, Project Manager bei Fiege Deutschland, das Projekt am Standort Apfelstädt bei Erfurt. In insgesamt sechs Hallen mit je 6500 m2 Grundfläche wurde das neue Logistiksystem implementiert.

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Erfolgreiche Zusammenarbeit über Jahre gab den Ausschlag

Bereits 2012 startete der zur Otto Group gehörende Multi-Channel-Händler Sportscheck mit der Suche nach einem geeigneten Partner für die Übernahme der gesamten Lagerlogistik. Der Auftrag ging an den Logistikdienstleister Fiege, der die Artikelabwicklung, die Kommissionierung, den Versand, die Retouren und die Filialbelieferung für Deutschland sowie die Endkundenbelieferung in der DACH-Region übernimmt. Das Zentrallager wurde im Zuge dessen aus dem oberfränkischen Burgkunstadt nach Apfelstädt in die Nähe von Erfurt verlegt. Die Entscheidung, welches IT-System und welche Zulieferer hinzugezogen würden, überließ Sportscheck ebenfalls Fiege. „Viele gemeinsame Projekte und die jahrelange erfolgreiche Zusammenarbeit haben uns davon überzeugt, auch hier auf das Lagerführungssystem von E+P zu vertrauen“, so Marco Balz, Project Manager IT bei Fiege. „So bewahren wir nicht nur Standards innerhalb unserer Gruppe, sondern haben auch eine Lösung, die den Anforderungen des Multi-Channel-Vertriebs und den komplexen Prozessen mit der notwendigen Flexibilität für dieses Geschäft gerecht wird.“

3, 2, 1 … Start!

Schlüsselanhänger, Laufshirts, Fahrräder – das Sportscheck-Sortiment ist extrem vielfältig. Ebenso startete das gemeinsame Projekt von Fiege und E+P: Die beiden Materialflussrechner der Fördertechnik und des Taschensorters mussten so mit dem Lagerführungssystem und dem ERP-System von Sportscheck verbunden werden, dass alle Prozesse reibungslos zusammenlaufen. Kennzeichnend für die Sportscheck-Logistik sind darüber hinaus der regelmäßige Sortimentswechsel und die Unterscheidung zwischen Online- und Filialaufträgen. So werden Filialbestellungen vor dem Versand beispielsweise noch mit einer Diebstahlsicherung, einem Preisetikett oder mit einem Kleiderbügel bestückt. Dies galt es in der IT-Planung zu bedenken, um dem Multi-Channel-Konzept voll gerecht zu werden.

Teilautomatisierter Materialfluss für eine komplexe Lagerumgebung

Eine Lösung für den reibungslosen Materialfluss ist die Teilautomatisierung im Wareneingang. 80 % der eingehenden Waren sind förderfähig, das heißt, die Kartons werden über eine Fördertechnik zur weiteren Verarbeitung transportiert. LFS weiß anhand des Etiketts, ob es sich um sortenreine oder Mischkartons handelt. Mischkartons gelangen zu einer Station für die manuelle Sortierung. Nur sortenreine Behältnisse kommen sofort zum Auslagerstich, wo sie auf Fachbodenwagen gerüstet und per MDE eingelagert werden. Über das MDE weiß der Mitarbeiter auch, ob Artikel eventuell noch auf Bügel gezogen und somit in einen eigens dafür eingerichteten Lagerbereich gebracht werden müssen. Das Staplerleitsystem (TLS) – ebenfalls von E+P – führt die Kommissionierer durch die Gänge des Fachbodenlagers.

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