Handeln in der Zwangsjacke EU-Handelskammer fordert Entgegenkommen von Chinas Regierung

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Für europäische Unternehmen in China wird das Geschäft zunehmend härter. Nun stellt Peking die Weichen für die Zukunft. Die EU-Handelskammer fordert deshalb Verbesserung für EU-Player ...

Wenn man als europäisches Unternehmen in China produzieren will, steht man gleich vor mehreren Hürden, die genommen werden wollen. Allen voran die Einmischungen der Regierung in die Wirtschaft, was chinesische Unternehmen bevorzugt. Die EU-Handelskammer kritisiert ...(Bild:  Ch. Wong)
Wenn man als europäisches Unternehmen in China produzieren will, steht man gleich vor mehreren Hürden, die genommen werden wollen. Allen voran die Einmischungen der Regierung in die Wirtschaft, was chinesische Unternehmen bevorzugt. Die EU-Handelskammer kritisiert ...
(Bild: Ch. Wong)

Handelsstreit, harter Wettbewerb und unfaire Behandlung heißt das Trio aus Qualen, dem sich europäische Unternehmen, die in China agieren, ausgesetzt sehen. Und für diese muss sich deshalb aus Sicht der EU-Handelskammer in den kommenden Jahren einiges ändern. Die Volksrepublik exportiert bekanntlich ohne Ende und mit unverminderter Geschwindigkeit, importiert aber sehr wenig, erklärt der Handelskammerpräsident Jens Eskelund in Peking. Wachse dieses Ungleichgewicht weiter, verwandle sich der Handel aus Sicht der EU in eine regelrechte Einbahnstraße. Chinas Handelspartner könnten sich nicht zuletzt fragen, was sie von all dem wirklich haben! Die Interessenvertretung in China, die über 1.600 Mitgliedsfirmen aus der EU vertritt, fordert deshalb in einem Positionspapier entsprechende Veränderungen von Peking. Den Anlass dazu liefert der 15. Fünfjahresplan, den die kommunistische Partei im Oktober beim „Vierten Plenum“ diskutieren will. Im März 2026 soll dann der Volkskongress diesen Plan für die Zeit bis 2030 absegnen.

EU fordert Ende der Bevorzugung chinesischer Unternehmen

Chinas Handelsüberschuss könnte laut der EU-Kammer auch noch weitere Länder reagieren lassen. Eskelund erklärt, dass angesichts der Entwicklungen in den USA eine Situation heraufbeschworen wurde, in der das Ungleichgewicht derart anwuchs, dass eine Reaktion seitens China einfach erzwungen wurde. Der eskalierte Zollstreit hat für chinesische und ausländische Unternehmen in China laut Eskelund noch nie dagewesene Unsicherheiten geschaffen. Die Kammer fordert nun, dass China für beide Seiten Vorteile im Handel zulässt. Peking soll von Exportkontrollen – man denke etwa an seltenen Erden – absehen, die Europa nur Liefersorgen bescherten, auch wenn sich nun eine Besserung andeute. Außerdem sollten bei öffentlichen Ausschreibungen nicht nur chinesische Produkte bevorzugt werden.

In China herrschen knallharter Wettbewerb und Überproduktion

Was die Lage zuspitzt, ist, dass China mehr produziert als es aufnehmen kann. Bei Elektroautos oder Lieferdiensten tobe deshalb ein derart heftiger Verdrängungswettbewerb, dass sich Peking bereits zu Wort meldete. Hinzu kommt die hohe Verschuldung der Lokalregierungen und der mangelnde Fokus auf Sektoren wie der Dienstleistungsbranche. Peking sollte diese Probleme lösen und obendrein die soziale Sicherheit verbessern. Demnach machen sich EU-Unternehmen seit Jahren Sorgen um Chinas verlangsamtes Wirtschaftswachstum. Zusätzlich scheinen die Chinesen aufgrund der Kosten für soziale Absicherung ihr Geld zusammenzuhalten. Die EU-Kammer pocht auch darauf, dass Marktmechanismen entscheiden sollten, wohinein investiert wird. Denn bisher bevorzugte der Staat seine Konzerne, was aber der Privatwirtschaft schadete, die laut Eskelund eigentlich effizienter wirtschaftet als die Großen.

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