Anbieter zum Thema
Die laut Issing bisher übliche Vorgehensweise ist wie folgt: Die Wareneingangspalette wird komplett in einzelne Kartons aufgelöst und jeder Karton auf ein Tablar gestellt. Dieses Tablar wird in ein standardisiertes automatisches Kleinteilelager (AKL) gegeben — mit entsprechend vielen Bewegungen: Werden am Tag 100000 Kartons in die Filialen distribuiert, müssen diese 100000 Kartons zuvor natürlich aufgelöst, auf das Tablar und dann ins Lager gebracht werden. Im Ergebnis hat man 100000 Doppelspiele zusammen.
Paletten müssen schneller zum Kommissionierer gelangen
„Wir machen es anders“, so Issing. „Wir sagen: Die Palette ist im Prinzip als Speichermedium ideal. Wir haben relativ viel Volumen auf kleinem Lagerraum. Aber die Palette ist sehr träge.“ Hat man nur 100 Paletten im Lager stehen und muss nur einen Gang abgehen, ist das völlig unproblematisch.
Geht es aber um mehrere Tausend Artikel, wird die Artikelvielfalt zum Problem für den Kommissionierer. Letzten Endes stellte sich die Frage, wie man die Ware einer Palette schneller zum Kommissionierplatz beziehungsweise überhaupt schneller in Bewegung bringt.
Beim SCP wird die einzelne Palettenlage auf ein Tray gegeben. Das heißt: Eine Palettenlage stellt einen Ladungsträger dar, ein Tray. Dieses Tray wird dann im Tablarlager gespeichert und ähnlich wie ein Behälter behandelt. So können gezielt beispielsweise drei Stück eines Produktes von einer bestimmten Lage auf dem Tray abkommissioniert werden.
SCP kann Produkte in vielen Größen kommissionieren
Das Produktspektrum, das sich mit SCP kommissionieren lässt, reicht ausgehend von beispielsweise CDs mit einem Grundmaß von etwa 120 mm × 120 mm und Gewichten von 500 g oder leichter bis hin zu Paketen mit 610 mm × 410 mm. Produkte wie beispielsweise Großpackungen mit Toilettenpapier werden händisch oben auf die gepackte Palette aufgegeben.
Grundsätzlich müssen zur automatischen Kommissionierung die physikalischen Eigenschaften eines jeden Kartons bekannt sein. Dies wird mit einem Teach-in-Prozess am Wareneingang gelöst. Dort werden Fragen nach dem Gewicht, der Größe, der Konsistenz der Ware oder seiner Kippstabilität beantwortet und ein Bild vom Karton gemacht.
Das Case wird von einem Mitarbeiter von der angelieferten Palette entnommen, automatisch vermessen, gewogen und geprüft. Der Mitarbeiter gibt dann sein O. K.
Kommissioniersystem muss mit Sonderaktionen umgehen können
Somit ist der Stammdatensatz entweder bestätigt oder es wird eine Variante des Artikels angelegt. Das kann beispielsweise bei Sonderaktionen wichtig sein, etwa wenn zu Weihnachten nur noch eine Version eines bisher an verschiedenen Standorten hergestellten Produkts in die Filialen gebracht werden soll.
In der Depalettierstation wird die Lage von einem Greifer auf einen Vakuumtisch mit Bohrungen gesetzt, die eventuelle Zwischenlagen festsaugen, damit sie entsorgt werden können. Danach wird die Ware erst auf das Tray geschoben.
Kommissioniersystem erfasst auch Behandlungsmöglichkeiten für die Ware
Beim Teach-In-Prozess wird natürlich auch hinterlegt, wie man eine Lage überhaupt behandeln kann. Bei kritischen Artikeln greift der „Glasmodus“: „Mit diesen Artikeln fahren wir durch alle Handlingmaschinen wie mit rohen Eiern“, erklärt Issing.
(ID:322979)