Gefahrgut-Logistik Gefahrgut mit Software gefahrlos versenden

Autor / Redakteur: Axel Gutensohn / Volker Unruh

Ein neues Tool zur Planung und Steuerung der Verladung von Gefahrgütern hat Gigaton in sein Lagerorganisationssystem Logos integriert. Mit Hilfe dieses Moduls können Zusammenladeverbote schon vor Kommissionierung und Verpackung entsprechend den gesetzlichen Regelungen beachtet werden.

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Die Auflagen und Anforderungen im Versand von Gefahrgut haben sich in den letzten Jahren verschärft. Dieser Entwicklung will das Software-Unternehmen Gigaton mit der Einbindung einer automatischen Überwachung möglicher Verbote zur Zusammenladung und Trennung von Stoffen Rechnung tragen.

Das neue und als Zusatzmodul in das Warehouse Management System (WMS) Logos integrierte Tool basiert auf den Bestimmungen zur Zusammenladung nach ADR/RID. Da alle im Warehouse Management System verwalteten gefährlichen Stoffe aus Steuerungs- und Dokumentationsgründen ohnehin über eine Zuordnung zu ADR-Klassen, Verträglichkeitsgruppen und UN-Nummern verfügen müssen, kann die Software automatisch ermitteln, ob ein Zusammenladeverbot oder Trennungsgebot besteht.

Software prüft Zusammenladung

Das System reguliert außer einem generellen Check der Möglichkeiten zur Zusammenladung nach ADR Unterabschnitt 7.5.2.1 auch die Prüfung von „bedingten Zusammenladeverboten“ nach ADR, Unterabschnitt 7.5.2.2. Insbesondere bei Gütern der Klasse 1 werden zusätzlich Verträglichkeitsgruppen und Einschränkungen überprüft.

Wenn die Zusammenladung eingeschränkt möglich ist und systemseitig keine weitere Prüfung mehr erfolgen kann, gibt das System eine auf den gesetzlichen Bestimmungen basierende Checkliste aus.

Das neue Software-Modul lässt sich nahtlos in das Warehouse Management System integrieren. Die Entscheidungen, ob eine Zusammenladung von Gefahrgütern erlaubt oder deren Trennung geboten ist, werden so unmittelbar in die durch das Warehouse Management System gesteuerten logistischen Prozesse eingebunden.

Schon die Planung der Kommissionierung wird geprüft

Schon bei der Planung der Kommissionierung wie auch bei der Disposition von Lieferungen und Touren wird für jede Position geprüft, ob Zusammenladeverbote oder Trenngebote bestehen. Liegt ein Trenngebot vor, wird dies für den Nutzer anschaulich mit dem Verweis auf die jeweilige gesetzliche Grundlage angezeigt.

Aufgrund dieser frühzeitig in den operativen Ablauf integrierten Information werden bei Kommissionierung, Verpackung oder Tourenplanung automatisch die jeweiligen gesetzlichen Vorgaben berücksichtigt. Dadurch lässt sich die Prozess-Steuerung in Gefahrstofflagern sehr viel effizienter gestalten, weil schon bei der Planung bekannt ist, welche Stoffe später zusammen verladen werden dürfen. Sowohl Kommissionier- und Packvorgänge als auch Transportkapazitäten lassen sich folglich besser planen und optimieren.

Das Warehouse Management System Logos ist traditionell stark für die Lagerhaltung der chemischen und pharmazeutischen Industrie ausgelegt. Mit dem neuen Modul bietet das Lagerorganisationssystem nun auch eine typische Steuerung für die Gefahrstofflagerung.

Axel Gutensohn ist geschäftsführender Gesellschafter der Gigaton GmbH in 68519 Viernheim.

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