Ökologischer Irrweg Hersteller von Kunststoffverpackungen warnen vor Sonderregeln für Plastik

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 1 min Lesedauer

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Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments stimmt heute (24. Oktober) über Änderungen an der EU-Verpackungsverordnung ab. Hersteller von Verpackungen aus Kunststoff warnen vor einer Aushöhlung der ökologischen Ziele durch Sonderregelungen für Kunststoffverpackungen und Schlupflöcher für andere Materialien.

Dr. Martin Engelmann: „Unsere Mitgliedsunternehmen sind bereits mitten in der Transformation hin zu weniger Verpackungsabfällen.“(Bild:  IK)
Dr. Martin Engelmann: „Unsere Mitgliedsunternehmen sind bereits mitten in der Transformation hin zu weniger Verpackungsabfällen.“
(Bild: IK)

Kritik an den geplanten Sonderregelungen für Plastik: Gerichtet ist sie gegen Vorschläge der Berichterstatterin Frédérique Ries bezüglich Sonderreduktionszielen für Kunststoffverpackungen, gegen Ausnahmen für Verbundverpackungen von den verpflichtenden Rezyklateinsatz-Quoten für Kunststoff sowie gegen Verbote von Einwegverpackungen und Mehrwegquoten, die nur für Kunststoffverpackungen gelten sollen und Ausnahmen für Verpackungen aus Wellpappe vorsehen.

Unsere Mitgliedsunternehmen sind bereits mitten in der Transformation hin zu weniger Verpackungsabfällen, besser recycelbaren Verpackungen und mehr Recyclateinsatz.

Dr. Martin Engelmann, Hauptgeschäftsführer der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen

Diese Ziele sieht Engelmann aber durch die von der Berichterstatterin Ries vorgeschlagenen Sonderregelungen für Kunststoffverpackungen „massiv gefährdet“. Er fordert deshalb materialneutrale Regelungen, „damit jedes Verpackungsmaterial seine Stärken zum Wohle der Umwelt, des Klimas und der Verbraucher ausspielen kann“, so der Verbandschef.

Darum geht es im Detail:

Kritikpunkt der IK ist insbesondere, dass ein solches Sonder-Reduktionsziel zum Ausweichen der Unternehmen auf Einwegverpackungen aus anderen Materialien führe, beispielsweise mit Kunststoff laminierte oder beschichtete Papierverpackungen. Diese würden aber wiederum selbst in der Kritik stehen, weil der enthaltene Kunststoff nicht recycelt werden könne.

Führe man sich das große Einsparpotenzial von Verpackungsmüll mithilfe innovativer Mehrwegverpackungen für sogenannte Take-away-Speisen und Getränke vor Augen sowie durch Mehrweg-Transportboxen im Groß- und Einzelhandel, sei es unverständlich, warum Frau Ries die Vorgaben auf Kunststoffverpackungen begrenzen beziehungsweise ganz streichen wolle. (bm)

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