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Flurförderzeuge

Jungheinrich bringt Lithium vom Handy in den Stapler

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Im Alltagseinsatz zählt für ein Flurförderzeug die Leistungsdauer. Der Unterschied zwischen Blei- und Lithiumbatterie wird in diesem Bereich deutlich. Eine herkömmliche Batterie für einen Elektro-Deichsel-Gabelhubwagen kommt bei einem Gewicht von rund 150 kg auf eine verfügbare Kapazität von 120 Ah (Amperstunde). Da kann die Lithiumvariante (noch) nicht mithalten. Sie kommt auf 38 Ah. Bis zu 4 Lkw könnten damit be- und entladen werden, sagen die Entwickler und man könne ja schnell zwischenladen oder wechseln, heißt es.

Berater rechnen mit geringeren Kosten für Lithium-Ionen-Batterien

Dank des geringen Gewichts der Lithium-Ionen-Batterie konnte Jungheinrich den EJE 112i auch im Gewicht reduzieren und die Fahrzeuglänge verkürzen. Minus 69 mm verkündeten die Hamburger stolz. Das sorgt für noch mehr Wendigkeit in engen Lagern.

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Doch die Reduzierung des Gewichts bei großen Staplern mit Lithium-Ionen-Antrieb bereitet den Usern in unserer MM-Logistik-Fachgruppe auf Xing auch Kopfzerbrechen, denn bisher sorgte die schwere Bleibatterie dafür, dass der Stapler bei großen Lasten auch am Boden blieb, wie es ein Mitglied flapsig kommentiert.

Die Entwickler sind sich des Problems wohl bewusst, rechnen aber mit einem Durchbruch der Technik auch in größeren Leistungsbereichen. Bis etwa 2020 peilen die Techniker Werte um 100 kWh Leistung an. In naher Zukunft sind auch schon 10 kWh drin, ist Dibbern von Jungheinrich überzeugt.

Kommissionierfahrzeuge mit Lithium-Ionen-Batterie dürften bald kommen

Als nächstes könnten also Kommissionierfahrzeuge auf Lithium-Ionen-Basis anstehen. Der Markt ist gespannt. Die Entwicklung der Kosten für eine Kilowattstunde gibt Jungheinrich bei seinen Prognosen recht. 2010 lagen sie bei knapp über 500 Euro. Bis 2020 rechnet die Unternehmensberatung Roland Berger mit Kosten zwischen 100 und 200 Euro pro Kilowattstunde. Die industrielle Fertigung senkt die Batteriekosten, prophezeien die Berater.

Die Euphorie ist deshalb groß – in der Automobilbranche und bei manchen Staplerbauern. Doch es melden sich auch kritische Stimmen: „Die Umstellung auf Lithium-Ionen wäre schon was, aber ich denke, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass diese Umstellung in naher Zukunft umgesetzt wird. Ich tendiere eher dazu, dass der herkömmliche Bleiakku noch eine geraume Zeit Verwendung findet, da dieses Konzept bewährt und in der Relation gesehen kosteneffizient genug ist“, schreibt ein Gruppenmitglied in unserem Netzwerk.