Produktionslogistik

Lean und vital nicht gegeneinander ausspielen

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Auch der Vertrieb kann das Produktionssystem gezielt vereinfachen

Grundsätzlich muss die komplette Teileversorgung betrachtet und klar definiert werden, welche Teile häufig und regelmäßig beziehungsweise selten und unregelmäßig gebraucht werden. Vergleichsweise einfach ist die Entscheidung bei Normteilen, wo häufig alle Varianten von Dienstleistern bereitgestellt werden können. Komplexer ist die Betrachtung von Fertigungsteilen.

Hier muss sowohl die geforderte Lieferzeit der Wiederbeschaffungszeit gegenübergestellt als auch die Regelmäßigkeit des Verbrauchs betrachtet werden, um über den Wertstrom entscheiden zu können, welche Produktionsform sich anbietet.

Bei dieser Betrachtung sind die Stellschrauben allerdings nicht nur in der Produktion zu finden: Über die Entwicklung kann über eine Modularisierung gezielt eine Gleichteilversorgung gefördert werden. Auch der Vertrieb kann das Produktionssystem über unterschiedliche Lieferzeiten für Starkläufer und Schwachläufer gezielt vereinfachen.

Rüstzeiten gering und Mitarbeiterkapazitäten optimal nutzen

Die optimale Produktivität erreicht man nicht allein dadurch, dass eine möglichst große Zahl von Teilen möglichst günstig produziert und bereitgestellt wird – solange es einen Rest von Teilen gibt, deren Produktion oder Bereitstellung unverhältnismäßig aufwendig ist und durch kurzfristige Sonderaktionen das gesamte Produktionssystem durcheinander bringt.

Zum einen geht es darum, die Maschinenverfügbarkeit zu optimieren und Rüstzeiten so gering wie möglich zu halten; zum anderen, Mitarbeiterkapazitäten optimal zu nutzen. So kann es durchaus vernünftig sein, bei schwächerer Nachfrage Teile im Voraus – also in den Bestand hinein – zu produzieren und diesen Bestand bei starker Nachfrage abzubauen. Dafür eignen sich besonders Starkläufer, da hier das Bestandsrisiko kalkulierbar ist.

(ID:32270500)