Produktionslogistik

Lean und vital nicht gegeneinander ausspielen

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Die Exotenfertigung kann nach dem Just-in-Time-Prinzip abgebildet werden

Bestand ist nicht böse. Vielmehr kann er zu einer wesentlichen Voraussetzung für eine geglättete und damit kostengünstige Produktion werden. In welchem Fall in den Bestand hinein produziert werden kann, ist relativ einfach zu sagen: Um bei Bedarf Kapazitäten für Exoten zu haben, kann es sinnvoll sein, Starkläufer auf Vorrat zu produzieren. Damit kann den Exoten Vorrang eingeräumt werden, während die Starkläufer immer dann produziert werden, wenn Kapazitäten frei sind.

Es gibt keinen Grund, für Starkläufer und Exoten die gleiche Durchlaufzeit anzusetzen. Falsch ist also, bei Starkläufern nur eine möglichst kurze Wiederbeschaffungszeit und niedrige Bestände anzustreben, weil damit Flexibilität und Lieferfähigkeit reduziert werden, da potenziell Wartezeiten zwischen Phasen der (zuverlässigen) Wertschöpfung entstehen. Wird dies vermieden, entsteht größere Flexibilität, um Zeit in die Exoten zu investieren.

Durchlaufzeit der Exoten auf das Niveau der Lieferzeit bringen

Der Exotenauftrag soll ohne Wartezeiten über alle Wertschöpfungsstufen bearbeitet werden (dabei können die Starkläufer auch überholt werden, was kein Problem ist, wenn vorher in den Bestand produziert wurde). Ziel dabei sollte sein, die Durchlaufzeit der Exoten auf das Niveau der Lieferzeit zu bringen – dann kann die Exotenfertigung nach dem Just-in-Time-Prinzip abgebildet werden.

* Andreas Grundnig ist Partner und Geschäftsfeldleiter bei dem Beratungsunternehmen Ingenics AG in 89077 Ulm.

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