Krane Leichtfüßige 16-t-Portalkrane sanieren die Budapester Margaretenbrücke

Portalkrane für Bauarbeiten einzusetzen ist nicht neu. Aber auf einer leicht gekrümmten Brücke mit Steigung und nur geringer Belastbarkeit? In Ungarn ist es das erste Mal überhaupt, dass diese Krantechnologie auf einer Brücke zum Einsatz kommt.

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Die Margaretenbrücke ist eine der neun Donaubrücken der ungarischen Hauptstadt. Erbaut im Jahr 1876, im zweiten Weltkrieg zerstört, 1948 wieder eröffnet und zuletzt in den 70er Jahren komplett restauriert. Die Generalsanierung der stark befahrenen Brücke war schon seit vielen Jahren überfällig und wurde 2009 in Angriff genommen.

Bauteile gelangen ohne Drehung vom Kai auf die Brücke

Seit dem 21. August 2009 ist die Brücke für den Autoverkehr gesperrt. Das Besondere: Als eine der Hauptbrücken über die Donau muss die Margaretenbrücke während der gesamten Bauzeit für Straßenbahnen und Busse passierbar bleiben, was es praktisch unmöglich macht, Baumaterial per Lkw auf die Baustelle zu befördern. So entstand der außergewöhnliche Plan, zwei Spezial-Portalkrane zu bauen.

Da die Lkw weder auf der Brücke noch an den Brückenköpfen parken können, liefern sie die Bauteile über den Kai an, der unterhalb der Brücke entlang des Ufers verläuft. Von dort heben die Krane über einen 5 m langen Ausleger die 13 bis 14 m langen Stahl- und Betonteile auf die Brücke und transportieren sie, ohne Drehung, an die richtige Position.

Jeder der Portalkrane deckt eine Hälfte der Brücke ab

Der Stützenabstand auf der Seite des Auslegers wurde zu diesem Zweck auf 18 m verbreitert — ein speziell verstärkter Querträger aus einer geschweißten Gitterkonstruktion sorgt trotz des großen Abstands für die nötige Stabilität. Ein weiterer Vorteil: Durch den großen Stützenabstand ist der Bereich am Brückenrand besser zugänglich, so dass hier die Bauteile für den neuen Fußgänger- und Radweg leichter montiert werden können.

Jeder der beiden Portalkrane kann über seine 320 m lange Kranbahn eine Hälfte der Brücke komplett abdecken. Eine der größten Herausforderungen an die Krankonstrukteure des ungarischen Kranbauers GD war es, die 16 t Traglast so zu verteilen, dass die Brücke den Belastungen standhält. Eine weitere Schwierigkeit: Nord- und Südseite der Brücke sind um 1° gekrümmt und haben eine Steigung von bis zu 3%, so dass konventionelle Portalkran-Laufwerke von vornherein ausschieden.

Spezielle Fahrwerke von Stahl Cranesystems mit maximaler Radlast von weniger als 5 t

Abhilfe schafften vier speziell angefertigte Fahrwerke von Stahl Cranesystems. Jede dieser Einheiten besteht aus vier angetriebenen Rädern, die sowohl paarweise als auch gemeinsam schwenkbar sind. So erreicht man eine maximale Radlast von weniger als 5 t, was unter der Radlast der Budapester Straßenbahnen liegt. Die Gesamtleistung der 16 angetriebenen Laufräder beträgt 35 kW, so dass die Krane auch bei 16 t Nennlast, 3% Steigung und einer Windgeschwindigkeit von 50 km/h noch sicher arbeiten können.

Als Hebezeuge kommen zwei robuste Seilzüge der SH-Serie von Stahl Cranesystems zum Einsatz, die Steuerung der Krane erfolgt über Funk.

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