Roland-Berger-Studie Lieferengpässe in der deutschen Industrie gefährden den Aufschwung
Lieferengpässe im produzierenden Gewerbe gefährden zunehmend den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland. In den vergangenen Wochen hat sich die Versorgungssituation in vielen Unternehmen drastisch verschlechtert, mit der Folge, dass der normale Ablauf der Produktion zunehmend bedroht ist. Die Gründe dafür liegen sowohl im Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage als auch im verzögerten Zusammenspiel der Wertschöpfungsketten.
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Den Vulkanausbruch auf Island und die damit verbundenen Störungen im Flugverkehr sehen die meisten Unternehmen dagegen nicht als verschärfenden Faktor. Das ist das Ergebnis einer Blitzumfrage, die Roland Berger Strategy Consultants unter Einkaufsleitern im produzierenden Gewerbe durchgeführt hat.
Laut Thomas Rinn, Partner im Kompetenzzentrum Operations Strategy bei Roland Berger, zeigt die Umfrage, dass Lieferengpässe zunehmend zur Gefahr für den beginnenden wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland werden.
Lieferengpässe begleiten steigende Nachfrage
Auch wenn die Umfrage nur eine Momentaufnahme sei und sich nicht eins zu eins auf die Gesamtwirtschaft übertragen lasse, zeige sie, dass viele Unternehmen zwar eine deutlich anziehende Nachfrage spüren, dass aber gleichzeitig die Lieferengpässe in den vergangenen Wochen dramatisch zugenommen haben.
Rinn zufolge bezeichnen etwa drei Viertel (74%) der Unternehmen die Situation bereits als kritisch. Hinzu kommt, dass sich die Situation durch Verzögerungseffekte in der Wertschöpfungskette eher noch verschärfen wird.
Und damit würden Produktionseinschränkungen immer wahrscheinlicher, was wiederum insgesamt den Aufschwung verlangsamen dürfte.
Mehrere Gründe für Lieferengpässe
Besonders häufig treten Versorgungsprobleme bei Elektronikkomponenten, Guss- und Schmiedeteilen sowie bestimmten Rohstoffen auf, wobei in den meisten befragten Unternehmen gleich mehrere Warengruppen betroffen sind.
Die Experten von Roland Berger haben unterschiedliche Gründe für die derzeitige Häufung von Lieferengpässen ermittelt: Auf der Angebotsseite wurden in der Krise durch Kurzarbeit, Personalabbau oder Fabrikstillegungen Kapazitäten abgebaut.
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