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Linde-Weltersatzteillager Kahl fit für die Zukunft

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Für das Highlight der Anlage in Kahl sorgte die Tatsache, dass Linde Material Handling die zur Verfügung stehende Fläche dafür benötigte, die kommissionierten Produkte bereitzustellen. Dematic musste sich also etwas einfallen lassen, um den hochdynamischen Block mit den Shuttles dort zu integrieren. Die Offenbacher haben das dadurch gelöst, indem sie das neue Multishuttle-System auf eine Bühne stellten.

Linde hat die Bühne auf dem bestehenden Hallenboden realisiert und Dematic seine Installation darauf aufgebaut.

Was wurde realisiert? Es geht um drei Gassen mit jeweils 15 einzelnen Lagerebenen; in jeder Ebene verfährt ein Multishuttle-Fahrzeug. Das heißt also: 15 Ebenen, 15 Multishuttles, und ein solches Multishuttle kann 600 bis 900 horizontale Transporte in der Stunde durchführen.

Linde fit machen für das geplante Wachstum in den Emerging Markets

Bei drei Gassen und angenommenen 900 Transporten kommt man also auf 2700 Transporte, die dieses Lager pro Stunde durchführen kann. Die Behälter werden dem vertikalen Transportelement, dem Lift, zugeführt und dann zu den zehn realisierten Pickplätzen weitertransportiert. Das heißt: Das begrenzende Element im Weltersatzteillager ist eher der Lift, der es ermöglicht, etwa 350 Behälter in der Stunde zu transportieren, als die horizontale Fördertechnik. 350 Transporte multipliziert mit drei Gassen ergeben die 1050 Behältern pro Stunde.

„Als Premiumanbieter wollen wir natürlich auch beim Service am Kunden immer besser werden“, versicherte Christophe Lautray, in der Geschäftsführung von Linde Material Handling für Vertrieb und Service verantwortlich, während der Vorstellung in Kahl. „Aber nicht nur das. Das Upgrade des Weltersatzteillagers in Kahl macht unsere Ersatzteillogistik fit für künftiges Wachstum, besonders in den Emerging Markets.“ Wenn auch in Europa nicht mehr „das große Wachstum“ zu erwarten sei, baut das Unternehmen seine Präsenz im Raum Südostasien und Pazifik, in Südafrika und Südamerika mit neuen Vertriebs- und Serviceniederlassungen kontinuierlich aus. Und gerade dazu war die Erneuerung der Ausstattung notwendig geworden.

Linde Material Handling denkt über höhere vertikale Integration von SAP nach

Weil Dematic seine IT in Kahl nur bis zu einem gewissen Level eingebracht hat, macht sich Adrian berechtigte Hoffnungen auf einen Anschlussauftrag von Europas Staplerbauer Nummer eins. Wie der Dematic-Projektleiter erklärt, existieren im Hause Linde Material Handling Überlegungen, eine höhere vertikale Integration von SAP vorzunehmen und da sei Dematic erste Wahl. Schließlich waren es die Offenbacher, die SAP EWM/MFS als erster Intralogistiker am Markt eingeführt haben. Das System kann Adrians Worten zufolge „ein solches Lager komplett mit SAP steuern“ – auch ein so hochdynamisches Lager wie das in Kahl.

Die Varianz bei der erhöhten Lagerkapazität zwischen 16.000 und 32.000 Stellplätzen erklärt Adrian damit, dass verschieden große Behälter in der Anlage transportiert werden: 600 mm × 400 mm große und nur halb so große Behälter, einmal doppelttief gelagert und das andere Mal gleich vierfachtief. Die Stellplatzzahl erhöht sich bei kleinen Behältern also dramatisch.

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