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Luftfrachtcontainer steuern sich selbst

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Damit die Ware während des Transports nicht beschädigt wird, messen die Sensoren außerdem relevante Parameter im Inneren des Behälters. Bei temperaturempfindlichen Lebensmitteln oder Pharmaprodukten ist so beispielsweise eine lückenlose Kühlkette sichergestellt. Überschreitet die Temperatur einen zulässigen Toleranzwert, können die Sensoren einen Alarm auslösen. Ein weiterer Vorteil: Durch den Einsatz von GPS weiß die verantwortliche Spedition jederzeit, wo sich die Fracht gerade befindet und kann dem Kunden den aktuellen Lieferstatus mitteilen.

Intelligente Luftfrachtcontainer kommunizieren über GSM/UMTS

Als Kommunikationskanal nutzen die Projektpartner den internationalen Standard GSM/UMTS. „Wir haben bewusst auf Technologien gesetzt, die weltweit ohne zusätzliche Infrastruktur verfügbar sind“, erläutert Martin Fiedler, Projektleiter am IML.

Um diese in der Luftfracht einsetzen zu können, mussten die Projektpartner einen Weg finden, die aktiv sendenden GSM/UTMS- und GPS-Komponenten während des Fluges auszuschalten. Dies ist in der internationalen Luftverkehrsordnung vorgeschrieben.

Funkkomponenten der intelligenten Luftfrachtcontainer lassen sich abschalten

Der Konsortialführer Lufthansa Cargo hat nun ein spezielles Gerät entwickelt, mit dem die Funkkomponenten automatisch während aller Flugphasen sicher ausgeschaltet werden. Das Gerät ist bereits einsatzbereit und wird derzeit zertifiziert.

Die gesamte eingesetzte Sensorik funktioniert komplett ohne Batterie. Ihre Energie beziehen die Funkmodule nach dem Prinzip des Energy Harvesting aus ihrer direkten Umgebung: Sie nutzen etwa die Transportvibration, Temperaturunterschiede im Prozess oder die Sonnenexposition, um daraus Energie zu generieren.

Einen Prototyp des Smart-ULD stellen die Dortmunder Fraunhofer-Forscher auf der Messe Transport Logistic vom 10. bis 13. Mai in München vor.

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