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Logistikdienstleister Megageschäft City-Logistik: 24 Milliarden für Dienstleister

Redakteur: Robert Weber

Weltweit entstehen immer mehr Städte und die Menschen zieht es in die Metropolen. Die City-Logistik ist überfordert. Logistikdienstleister und Stadtverwaltungen müssen zusammenarbeiten. Eine Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman prognostiziert Milliarden-Umsätze für die Branche.

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(Bild: Flea unter CC BY-SA 3.0-Lizenz, wikicommons)

Aktuell stellt die Versorgung der fast 2 Mrd. Menschen in den derzeit 800 größten Ballungsgebieten der Welt für Logistikdienstleister ein Umsatzpotenzial von 66 Mrd. Euro dar. Im Jahr 2015 werden es bereits 80 Mrd. Euro sein, heißt es in der Studie. Ohne Gegenmaßnahmen werden dann 3 Mio. Lkw in den Städten unterwegs sein, die täglich mehr als 200 Mio. Tonnenkilometer absolvieren, um Waren auszuliefern und zu verteilen. „Insgesamt müssen die großen Städte schon in sieben Jahren mit rund 1 Mio. zusätzlicher Lkw klar kommen“, erklärt Michael Lierow, Partner bei Oliver Wyman. „Ohne neue Konzepte ist der Verkehrsinfarkt vorprogrammiert.“

In diesen Städten wird City-Logistik dringend nötig:

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Stadt und Dienstleister Hand in Hand

Die Idee: Stadtverwaltung, Verkehrsplaner und Logistikdienstleister sollen zusammenarbeiten. Bei den Dienstleistern keimen schon seit einigen Jahre neue Konzepte. Waren könnten vorkonsolidiert in Städten ausgeliefert werden. Das ist nicht neu, aber noch nicht wirtschaftlich. Dies könnte sich drastisch ändern, wenn die Logistikdienstleister mit den Stadtverwaltungen an einem Strang ziehen. Voraussetzung dafür ist, dass sie sich mit den Herausforderungen der Städte auseinandersetzen und sich auf ihre Arbeitsweisen und geschäftlichen Modalitäten einstellen, die sich von denen in Unternehmen der Realwirtschaft klar unterscheiden. „Stadtverwaltungen haben andere Abläufe bei der Auftragsvergabe, andere Entscheidungsprozesse und eine andere Risikoeinstellung“, so Lierow. „Logistikdienstleister müssen diese Unterschiede verstehen und ihr Vorgehen danach ausrichten.“

Um den Erfolg der Konzepte sicherzustellen, müssen die Städte die Rahmenbedingungen schaffen, sprich: interne Planungsstellen und Kontrollinstanzen einrichten sowie Flächen für die Konsolidierungszentren zur Verfügung stellen. Die Logistikdienstleister wiederum müssen umdenken, proaktiv an die Städte herantreten und in enger Zusammenarbeit mit Stadtverwaltung, IT-Dienstleistern und Automobilherstellern passgenaue Lösungen für eine effiziente, klimaschonende innerstädtische Güterauslieferung entwickeln, heißt es in der Analyse.

Die Zeit läuft

Mit moderner City-Logistik erzielen Städte und Logistikdienstleister eine klassische Win-Win-Situation, so die Berater. So führen entsprechende Konzepte zu einer Reduzierung der CO2-Belastung durch den Güterverkehr um 30 bis 40 %. Dies entspricht 4 bis 6 Mio. t Kohlendioxid weniger pro Jahr. Zugleich ließe sich der Verkehrsfluss in vielen Städten um bis zu 40 % optimieren. Für Logistikdienstleister entsteht ein ganz neuer Markt mit einem enormen Umsatzpotenzial.

Schon heute winken weltweit zusätzliche Einnahmen von rund 24 Mrd. Euro pro Jahr. Dennoch sind Angebote für den konsolidierten Frachtverkehr in Ballungsgebieten bislang rar. „Es ist höchste Zeit, dass Logistiker die Städte als Kunden gewinnen und die Marktchancen konsequent nutzen“, mahnt Lierow. „Schon 2010 hätten sie in den Megacitys rund 20 Mrd. Euro zusätzlich umsetzen können. Wer jetzt nicht handelt, dem entgeht Jahr für Jahr ein Riesengeschäft.“

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