Dekarbonisierung
Mit Emissionsdaten zur grünen (Intra-)Logistik

Von Tobias Bohnhoff * 5 min Lesedauer

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Im März 2023 ist die neue ISO 14083 in Kraft getreten: ein umfassender Leitfaden zur Berechnung und Berichterstattung von CO2-Emissionen in globalen Lieferketten. Dabei rücken auch Lager und Umschlag stärker ins Visier der Emissionserfassung. Erfahren Sie hier die Voraussetzungen für eine effektive Dekarbonisierung der Intralogistik.

Kohlendioxidemissionen entstehen nicht nur im Autoverkehr. Die neue ISO 14083 rückt auch  andere Bereiche der Logistik zunehmend in den Fokus: das Lager und den Umschlag.(Bild:  weyo - stock.adobe.com)
Kohlendioxidemissionen entstehen nicht nur im Autoverkehr. Die neue ISO 14083 rückt auch andere Bereiche der Logistik zunehmend in den Fokus: das Lager und den Umschlag.
(Bild: weyo - stock.adobe.com)

Die globalen Klimaziele erfordern eine beträchtliche Reduktion der Emissionen im Transport- und Logistiksektor – knapp 80 Prozent bis zum Jahr 2050. Zudem führen regulatorische Vorgaben für Unternehmen, wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), zu einer zunehmenden Berichtspflicht über Emissionswerte. Die Branche benötigt daher mehr Transparenz über den eigenen Carbon Footprint. Bisher lag der Schwerpunkt auf der Erfassung von Transportemissionen, was durch die Nachfrage nach Emissionsdaten von Kunden und Partnern befördert wurde. Doch es kommt Bewegung in den Bereich der Intralogistik, denn auch hier wächst das interne sowie externe Interesse an mehr CO2-Transparenz. Darauf hat zudem die Industrie mit neuen Qualitätsnormen reagiert: Während sich Berechnungsstandards bisher auf Frachtbewegungen konzentrierten, erweitert sich durch die ISO 14083 der Fokus auf das Betriebsgelände. So sind die Lagerung sowie das Umpacken der Fracht in der neuen ISO einbezogen. Umschlagprozesse müssen sogar verpflichtend berücksichtigt werden.

Emissionsquellen in der Intralogistik

Die Emissionsquellen in der Intralogistik sind vielfältig und eng mit dem Warenumschlag verbunden. Flurförderzeuge, die nicht selten noch mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, erzeugen erhebliche CO2-Emissionen. Zudem spielt die Energieversorgung für Beleuchtung, Klimatisierung und Lagersysteme eine ausschlaggebende Rolle. Etwa die Hälfte des Energieverbrauchs in der Intralogistik entfällt auf Förder-, Lager- und Kommissioniertechnik, es folgen Heizung, Kühlung, Lüftung und Beleuchtung. Somit sind die Warenbewegungen innerhalb des Lagers sowie die Temperaturregulierung die Hauptenergieverbraucher von Logistikstandorten.