Kanban Mittelständler optimiert Produktion mit Kanban-System

Redakteur: Robert Weber

Die Kanban-Philosophie stammt ursprünglich aus Japan. Doch mittlerweile schwören auch Westfalen und Bayern auf die asiatische Lösung. Der Mittelständler Flottweg hat das Kanban-System an seine Bedürfnisse angepasst. Eine Besonderheit: Die Behälter verlassen nie das Unternehmensgelände.

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Bild 1: Flottweg nutzt das Kanban-System seit zehn Jahren und konnte Bestände und Prozesskosten reduzieren. (Bild: P. S. Cooperation)
Bild 1: Flottweg nutzt das Kanban-System seit zehn Jahren und konnte Bestände und Prozesskosten reduzieren. (Bild: P. S. Cooperation)

Kläranlagenbetreiber am eisigen Südpol oder traditionsreiche Brauereien aus Bayern vertrauen den Zentrifugen von Flottweg SE aus Vilsbiburg in der Nähe von Landshut. Der deutsche Maschinenbauer zählt am Weltmarkt zu den wichtigsten Anbietern im Bereich Zentrifugen. Ein Hidden Champion aus Bayern eben, der sich auf immer neue Kunden und Märkte einstellen muss. Rund 85% der Maschinen gehen in den Export.

Wer international erfolgreich agieren will, braucht zu Hause stabile und effiziente Prozesse in Produktion und Logistik. Davon ist man bei Flottweg überzeugt. Made in Germany ist für die Bayern mehr als ein Marketingaufkleber, sondern Verpflichtung gegenüber den Kunden.

Der Kanban-Startschuss fiel mit dem Schraubenlieferant

Damit die hohe Qualität gepaart mit schneller Lieferzeit auch in Zukunft Bestand hat, entschied sich das Unternehmen 2002, ein Kanban-System einzuführen (Bild 1). Die Wahl fiel auf Elkasy von der P. S. Cooperation aus Halle in Westfalen. Das Ziel des süddeutschen Zentrifugenbauers war damals vor allem, den administrativen Aufwand zu reduzieren und beim C-Teile-Management die Beschaffung zu vereinfachen und transparent zu gestalten.

Mit seinem Schraubenzulieferer startete Flottweg damals sein Kanban-Projekt und mittlerweile können die Maschinenbauer auf zehn Jahre erfolgreichen Einsatz des Kanban-Systems zurückblicken und auch die RFID-Transponder an den Behältern und auf den Bedarfskarten haben die Bayern noch nicht im Stich gelassen.

Das Besondere an der Kanban-Lösung: Im Hintergrund des Elkasy-Systems sitzt der Dienstleister P. S. Cooperation, der die Prozesse und Datenbanken steuert und pflegt. Das operative Geschäft liegt bei Flottweg, die Westfalen setzten die Vorgaben des Kunden um. Wichtig: Die Informationen in der Datenbank müssen immer gepflegt sein, sonst funktioniert das beste Kanban nicht.

Kanban-Projektteam aus Einkauf, Disposition und Lager

Eine Aufgabe für das Projektteam. Im Vorfeld der Elkasy-Implementierung formten die Flottweg-Verantwortlichen ein Projektteam aus Einkauf, Disposition und Lager. Nur im Zusammenspiel der Abteilungen sei ein Erfolg möglich, ist man beim dem Familienunternehmen überzeugt. Denn ein Kanban-System wie Elkasy funktioniert nur dann, wenn es ordentlich eingeführt ist, heißt es bei Flottweg.

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