Der Paketboom durch den Onlinehandel erfordert Alternativen zur Haustürzustellung. Multifunktionale Paketstationen erleichtern Marktteilnehmern wie Logistikern, Händlern und, in komplexeren Zusammenhängen der innerstädtischen Logistik auch Kommunen, den Umgang mit der Paketflut.
Die Hamburg Box, hier am Bahnhof Dammtor, macht den Paketempfang in der Hansestadt grün. Mit dem Parcellock-System ist sie für unterschiedliche angeschlossene Paketdienstleister nutzbar.
(Bild: Parcellock)
Hierbei sollten lokale Händler integriert werden, um eine fortschreitende Verödung der Innenstädte zu verhindern. Die beherrschenden Solitärmodelle einzelner Logistikriesen sind dafür jedoch oft ungeeignet und nicht zeitgemäß. Was die Paketlogistik und Kommunen benötigen, sind multifunktionale offene Systeme, eine smarte Flächennutzung und kooperatives Denken für zukunftsfähige innerstädtische Prozesse.
Eine Lösung sind anbieteroffene, multifunktionale Paketstationen, die an zentralen hochfrequenten Punkten aufgestellt werden. In den letzten Jahren beherrschen allerdings einzelne große Unternehmen den Markt der Paketstationen, besetzen mögliche Aufstellorte und diktieren – mit einem eindimensionalen Angebot – Logistikdienstleistern, Händlern und Kunden Preise und Konditionen.
Wer sich für die kostenlosen Parcellock-Paketstationen und die Hamburg Box angemeldet hat, kann seine Pakete auf dem täglichen Weg an Hochbahn-Haltestellen und DB-Bahnhöfen abholen.
(Bild: Parcellock)
Angesichts des rasant wachsenden Lieferverkehrs und der Verödung von Innenstädten durch das Sterben des lokalen Handels stehen Kommunen und Städte also am Scheideweg: Machen sie sich mit einer einzelnen Unternehmenskultur gemein oder initiieren sie selbst eine Lösung, die auf ihren umfassenden Bedarf angepasst ist?
Sinnvoller sind deshalb Paketstationen mit einem System, das von unterschiedlichsten Marktteilnehmern genutzt werden kann. So ein anbieteroffenes System ermöglicht es unterschiedlichsten Paketdienstleistern, interessierten lokalen Händlern und Lieferdiensten oder sonstigen Gewerbetreibenden diese Zustelloption zu nutzen und deckt unterschiedliche Anforderungen ab.
Großer Einfluss auf das Stadtbild
Die grundlegende Entscheidung für eine Paketstation wirkt sich unmittelbar auf den B2B- und B2C-Handlungsrahmen einer Kommune aus, da sie so viel Aspekte abdeckt: Den lokalen Handel, den Verkehr, die Stadtbewohner. Anbieteroffene multiple Logistiklösungen beeinflussen und verändern Wohn- und Einkaufsstraßen. Weniger Paketanfahrten in den Straßen entlasten den gesamten Verkehr und sorgen vor allem in Wohngebieten für eine Erleichterung. Der lokale Handel erhält die Möglichkeit, Lieferungen und Bestellungen an die lokale Paketstation zu liefern. Gerade der seit Jahren unter Druck geratene stationäre Handel profitiert davon, sein Geschäft online wie offline effizient zu betreiben, dennoch lokale Kunden zu binden ohne die Kundschaft auf die Öffnungszeiten zu beschränken. Den Verbrauchern bietet sich eine bequeme 24/7-Abholmöglichkeit, die die individuelle Haustürzustellung ablöst und sie dazu ermutigt, weiterhin lokal einzukaufen. Paketdienstleister sparen mit der Einlieferung Zeit und Energie und garantieren eine erfolgreiche erste Einlieferung.
Flächen clever nutzen
Die Entscheidung für eine Paketstation ermöglicht außerdem das Neudenken von Nutzungen städtischer Flächen und Gebäude. Da freie Flächen im Innenstadtbereich knapp und teuer sind, ist die Entscheidung für eine Art der Paketstation sinnvoll, die unterschiedlichsten Anforderungen gerecht wird, konkurrenzfrei durch die Anbindungsmöglichkeit diverser Marktteilnehmer wie unterschiedliche Paketdienstleister.
Schon bestehende Flächen sowie Gebäude im Bestand können mit Paketstationen ausgestattet oder so angelegt werden, dass rund um die Zustelllösung neue Gemeinschaftsservices, Flächen und Synergien entstehen. Dies wiederum kann Anlass für Neugestaltung und Kooperationen zwischen lokalem Handel, der Stadtpolitik, Kulturinstitutionen und den Bürgerinnen und Bürgern selbst bieten.
Impulse für die lokale Wirtschaft setzen
Städte und Kommunen setzen dabei idealerweise auch Impulse für neue, innovative und nachhaltige Dienstleistungen, die lokal entstehen. Verleihdienste oder die C2C-Nutzung erhalten damit neue Möglichkeiten. Kommunen reagieren mit dem gemeinschaftlichen Gedanken auch auf den Sinneswandel der jungen Bürgerinnen und Bürger. Das Thema „Sharing“, also das Teilen und gemeinschaftliche Nutzen von Angeboten, wird bei vielen jungen Menschen großgeschrieben. Eine Rolle spielen dabei sowohl das Bewusstsein für eine umweltfreundliche, nachhaltige Lebensweise als auch ökonomische Einschränkungen, die Verleih- und Leasingservices attraktiv machen.
Kunden von Chris' Kochtüte in und um Hamburg nutzen gerne den anbieteroffenen Service der öffentlichen Paketstationen.
(Bild: Parcellock)
Traditionelle Statussymbole verlieren für den Einzelnen an Bedeutung. Stadt- und Lastenräder, Carsharing und kommunales Gärtnern – gemeinschaftliche Angebote, die immer mehr Menschen nutzen und die bei Bedarf zur Verfügung stehen – liegen im Trend.
Stand: 08.12.2025
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Einfache Lösung mit großer Wirkung
Einfache Lösungen wie Paketstationen mit anbieteroffenem System bieten Städten und Kommunen zukunftsfähige Gestaltungsmöglichkeiten. So werden ebenso komplexe wie individuelle Lösungskonzepte in den Alltag von Bürgern, Gewerbe und lokalem Handel für alle in die Stadtlogistik integriert. ■
* Gunnar Anger ist Geschäftsführer der Parcellock GmbH in 20148 Hamburg, Tel. +49 40 60776000, gunnar.anger@parcellock.de