Lieferkettenreport 2026 Stabilere Lieferketten werden teurer und konfliktreicher

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 1 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der Lieferkettenreport 2026 von Reichelt, weltweit aktiver Online-Distributor für Elektronik und IT-Technologie, offenbart den steigenden wirtschaftlichen Druck durch hohe Kosten und geopolitische Krisen.

Die Lieferkettenumfrage von Reichelt Elektronik zeichnet ein ambivalentes Bild.(Bild:  Reichelt Elektronik)
Die Lieferkettenumfrage von Reichelt Elektronik zeichnet ein ambivalentes Bild.
(Bild: Reichelt Elektronik)

Reichelt Elektronik hat im September 500 deutsche Industrieunternehmen von Onepoll zu ihrer Lieferkettensituation befragen lassen. Herausgekommen ist ein ambivalentes Bild: Auf der einen Seite weniger Produktionsstillstände und ein geringerer Einfluss von Lieferengpässen. Auf der anderen Seite hat sich der wirtschaftliche Ausblick der Unternehmen gegenüber dem Vorjahr deutlich eingetrübt. Man könnte auch sagen: weniger Stillstände, mehr Pessimismus. Positiv stimmt, dass deutsche Unternehmen heute besser auf Lieferunterbrechungen vorbereitet sind. So gibt nur noch jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) an, einen großen Einfluss von Lieferkettenengpässen gespürt zu haben, 2025 waren es noch 32 Prozent.

Besonders sichtbar werde diese Einschätzung, wie es heißt, bei den Stillständen: Vor drei Jahren mussten Maschinen und Abläufe durchschnittlich noch 31,8 Tage pausieren, 2026 sind es nur noch 20,1 Tage. Zudem wären fast ein Viertel (24 Prozent) der Unternehmen vollständig von Stillständen verschont geblieben. Im Vorjahr traf das nur auf 16 Prozent zu.

Die Ergebnisse des aktuellen Lieferkettenreports zeigen: Deutsche Unternehmen haben aus den vergangenen Jahren gelernt und ihre Lieferketten widerstandsfähiger gemacht.

Christian Reinwald, Head of Product Management & Marketing bei Reichelt Elektronik

Nur Zweckpessimismus?

Dennoch blicken deutsche Unternehmen pessimistischer in die Zukunft. So gab die Hälfte (51 Prozent) der Befragten an, nicht damit zu rechnen, dass sich die Liefersituation in den nächsten Monaten verändern wird. Grund für den Pessimismus sind die zunehmenden Konflikte mit negativem Einfluss auf den Welthandel. Am meisten Sorgen bereitet den Unternehmen der Krieg zwischen dem Iran und den USA: 60 Prozent erwarten weitere negative Auswirkungen, dicht gefolgt vom anhaltenden Krieg Russlands gegen die Ukraine mit 59 Prozent. Auch die Handelskonflikte zwischen der EU und China sehen viele Unternehmen (58 Prozent) als zunehmend besorgniserregend.

(ID:50987288)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung