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RFID & Co. im Unternehmen gewinnbringend einsetzen

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Das BMW-Projekt wurde in einem Dreier-Konsortium realisiert: Als Generalunternehmer und für die Implementierung verantwortlich war der Systemintegrator Dimension Data. Das Ortungssystem selbst, die Edgeware sowie die Hardware (Location-Sensoren, Tags) kommen von Zebra Technologies, Tagnology ist insbesondere mit der Middleware Tagpilot sowie dem Device-Management, Schranken, mobilen Geräten und den Anzeigenmonitoren für die komplette Softwareseite verantwortlich.

Der Lösungsansatz zu mehr Effizienz im Autohaus ist, jedes Fahrzeug bei der Einfahrt mit einem RTLS-Tag auszustatten, der am Rückspiegel angebracht wird. Die Grundidee dabei: Jedes Fahrzeug kann jederzeit über eine dreidimensionale Ortung aufgespürt werden.

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An der Schranke werden der Tag und das Fahrzeug „verheiratet“

Bei der Einfahrt des Fahrzeugs in die Niederlassung scannt der Pförtner per Handgerät einen Tag und „verheiratet“ diesen per Kennzeichenerkennung mit dem BMW. Ein Druck auf den Rufknopf sorgt dafür, dass Fahraufträge generiert werden – nichts anderes als eine Auftragssteuerung. Ganz nebenbei kann so eine ganz andere Abrechnung mit den Dienstleistern gemacht werden: Wo Fahrten vorher pauschal abgerechnet wurden, kann jetzt genau festgestellt werden, wann der Fahrauftrag kommt, wann er ausgeführt wird, ob er korrekt ausgeführt wurde, denn der Fahrauftrag hat ein Ziel und deshalb ist die Position bekannt, wo das Fahrzeug stehen muss. Nach der Bezahlung wirft der Kunde den Tag in eine Urne an der Ausfahrt, er wird „entheiratet“ – fertig.

Dr. Frank Brode, seit knapp zwei Jahren Vorstand „Neue Technologien“ bei der Harting KGaA in Espelkamp, denkt das Ganze von der Anbieterseite her. „Integrated Industry“ oder „Industrie 4.0“ sind die Stichworte, die ihn und sein Team umtreiben. Sein Arbeitgeber, ein weltbekannter Komponentenhersteller, der für schwere, aber auch für kleinere elektronische Steckverbinder steht, nutzt die eigenen Produkte natürlich auch im eigenen Haus. Der neu geschaffene Unternehmensbereich Harting IT Systemintegration trägt schon im Namen, worum es heute geht: „Der Kunde erwartet nicht, dass er selbst alles klären muss – er will alles aus einer Hand haben. Das heißt, die Systemintegration ist ein ganz entscheidender Punkt“, so Brode.

100 % Lieferfähigkeit stehen gegen reduzierte Bestände

Entscheidend für den gewinnbringenden Einsatz von Auto-ID-Technik wie RFID und der entsprechenden Softwarelösungen sei der Zielkonflikt, mit dem die Produktion seit jeher konfrontiert ist: Auf der einen Seite werde eine Lieferfähigkeit von idealerweise 100 % verlangt, anderseits stehen dem reduzierte Bestände gegenüber.

Aber auch Themen wie Varianten und Individualisierung stehen der Prämisse Kostensenkung konkurrierend gegenüber. Auf der einen Seite soll die Effizienz in der Produktion gesteigert werden (Stichwort reduzierte Durchlaufzeiten). Auf der anderen Seite stehen zunehmend differenzierte neue, digitale Produkte, neue Funktionalitäten, Sensoren im Fertigungsprozess bis hin zu cyber-physischen Systemen.

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